Power und Innehalten

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sollingschnecke Avatar

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Zu Beginn wird mir regelrecht schwindlig bei der Lebensbeschreibung der Protagonistin Ioana. Die Powerfrau gibt alles: Sie arbeitet perfektionistisch und zielorientiert, macht privat eine Challenge hier und eine da, ein Podcast wird als Pflichtaufgabe gehört... Alles ist eng getaktet und irgendwie schon eine Art Selbstkasteiung. Aber zugegeben: Welcher Leser erkennt sich hier nicht in Teilen? Führen wir nicht alle oft ein Leben, das keine Pause gönnt und hier und da die Luft zum Atmen nimmt?
Und dann die andere Seite: eine unendliche Weite, ein Land das Ioana nicht mehr kennt, eine Familie, von der sie sich entfernt hat. Kindheitserinnerungen, die plötzlich wieder auftauchen....
Danke an die Autorin Alexandra- Maria Pipos für wunderbaren Denkanstöße, die dieser Roman in sich trägt. Der Text ist so flüssig, interessant und nachvollziehbar geschrieben, das gefällt mir super. Erschienen ist "Gib mir alles" im Kiepenheuer&Wisch-Verlag.
Mich lässt die Autorin nachdenklich zurück, lässt mich innehalten und besinnlich werden: "Du weißt gar nicht, wie gut Du es hast!" Ein Satz, den man sich öfter mal ins Gedächtnis rufen sollte.... Daumen hoch für "Gib mir alles"!

Das Cover finde ich auch sehr passend gewählt: eine Frau, die inne hält, die Augen dabei geschlossen hat und die Hände wie zum Gebet erhebt - Besinnung würde ich das Bild betiteln, was damit genau das Gegenteil des Titels darstellt....