Zwischen Familie und Leistungsgesellschaft

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senfblüte Avatar

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Die Protagonistin ist als Kind mit ihren Elter aus Rumänien nach Deutschland gekommen und hat sich hochgekämpft in einen guten Job und hofft auf weitere Beförderungen. Heimlich studiert sie, ob der Kollege Prada trägt und liest nach, wie man die Serviette nach Knigge korrekt verwendet - geht dafür aber der rumänischen Kassiererin lieber aus dem Weg, damit niemand auf den Gedanken kommt, dass sie etwas miteinander verbindet. Gleichzeitig lässt sie sich ihr Leben lang ausnutzen, so ist es kein Wunder, dass sie an den Wünschen von Familie und Job zu zerbrechen droht. Für sie selbst bleibt nichts übrig, wenn sie immer mehr als 100% gibt und allen, die etwas von ihr wollen immer ALLES gibt, wie ja schon der Titel suggeriert.

Aber als ihr Großvater stirbt, steht plötzlich die Familie wieder mehr im Zentrum und sie muss nach Rumänien fahren und sich fragen, was bleibt, wenn sie immer weiter arbeitet und trotzdem nie alle Erwartungen erfüllen können wird. Auch der Aspekt der Religion wird thematisiert- besonders spannend aus Sicht von Ikonen. Mir hat das Buch gefallen und fast jeder wird sich in dem Aspekt des Peoplepleasings mehr oder weniger wiederfinden.

Das Thema ist sehr nachvollziehbar und die Zerrissenheit der Protagonistin wird für den Leser sehr deutlich aufgearbeitet. Die Sprache ist klar und leicht zugänglich und hat mich gleich in den Bann des Buches gezogen. Allerdings bleibt das Ende etwas unklar, hier sind noch sehr viele offene Punkte, die nicht endgültig eine Richtung geben. Natürlich müssen Bücher nicht abgeschlossen sein und ich möchte hier auch nicht zu viel verraten, aber gerade zu zentralen Themen würde ich mir am Ende zumindest eine klarere Richtung wünschen.