Zwischen Job und Herkunft

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annamagareta Avatar

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„Gib mir alles“ ist das Debüt der Autorin Alexandra-Maria Pipos.
Ioana steht mitten im Leben und steckt voller Energie. Im Job gibt sie alles und auch ihrer rumänischen Familie steht sie jederzeit zur Seite. Sie zahlt sogar die Dreizimmerwohnung ihrer Eltern ab. Nun ist ihr Großvater gestorben und sie fährt zu seiner Beerdigung nach Rumänien.
Während ich zu Beginn regelrecht spüren konnte, wie gestresst Ioana durch ihren Job, ihren Drang zur Selbstoptimierung und die Präsenz ihrer Familie im Hintergrund ist, ändert sich die Atmosphäre mit ihrer Reise nach Rumänien, obwohl sie sich zunächst nur schwer von ihrem Alltag lösen kann. Aber in Rumänien ist alles anders, es stehen weniger ihr Job und ihre Leistung im Vordergrund, sondern viel mehr die Familie mit ihren Traditionen, Ritualen, den internen Beziehungen und Dynamiken, die es in jeder Familie in einer anderen Form gibt.
Ioana ist eine ganz wunderbare, zielstrebige aber auch humorvolle Protagonistin, die, obwohl sie für ihren Job und dessen Erfolg brennt, ihre Familie stetig in den Vordergrund rückt.
Alexandra-Maria Pipos beschreibt hier das Leben in zahlreichen Facetten. Durch Ioanas Herkunft unterscheidet sich das Leben ihrer Familie - die stark von ihrer Vergangenheit geprägt ist - in Rumänien immens von ihrem Alltag.
Mich hat das Buch überrascht. Es hat mich nachdenklich gemacht, gezeigt, dass es nicht immer nur auf Leistung ankommt, es manchmal ganz gut ist, ein wenig Abstand zu gewinnen und ein Blick zurück die Augen öffnen kann. Ich habe aber auch eine Menge gelacht und mich in der Gegenwart von Ioanas Familie sehr wohl gefühlt, obwohl sich ihr Leben kaum mehr von meinem unterscheiden könnte.
Mein Fazit:
Es ist ein gelungenes Debüt, das Emotionen hervorruft und mitreißt.