Zwischen zwei Welten!
Der Roman hat mir insgesamt recht gut gefallen. Der Schreibstil wirkt sehr frisch und angenehm und der recht kurze Roman liest sich sehr schnell. Ioanna hat mir als Romanfigur gut gefallen. Sie ist in einem stressigen Job gefangen, in dem ihre Kollegen sehr viel von ihr einfordern und muss aufgrund eines Todesfalls zurück in ihre zweite Heimat. Aber diese zweite Heimat und ihre Verwandten fühlen sich nach den Jahren fremd an, sie sind teilweise nicht mehr wie in ihrer Kindheit und doch kann sich Ioanna an einiges erinnern und blüht in Rumänien trotz der traurigen Umstände wieder auf. Obwohl sie ihre Sommerferien in Rumänien verbracht hat, fühlt sie sich dort teilweise zunächst fremd. Dieses Gefühl konnte ich sehr gut nachvollziehen und mich mit Ioanna auch sehr gut identifizieren. Besonders gut gefällt mir, dass in einigen Kapiteln auch bestimmte Heilige aus ihrer Perspektive über Ioanna und ihre Verwandten erzählen, man lernt so viel über einen Teil der rumänischen Kultur und Religion und dennoch wirkt der Roman dadurch nicht wie ein religiöses Relikt. Leider kommt das Ende des Romans sehr plötzlich und unerwartet, ich hätte noch gerne mehr gelesen und über Ioanna und ihre Zukunft erfahren. Dennoch ein Roman, mit dem sich vor allem LeserInnen, die oder deren Familien in unterschiedlichen Ländern aufgewachsen sind, sehr gut identifizieren können.