Düster - atmosphärisch - spannend!

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bücherhummelchen Avatar

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Schon Titel und Aufmachung wirken stark und eindringlich. „Giftiger Grund“ klingt bedrohlich und doppeldeutig – man denkt sofort an etwas, das unter der Oberfläche lauert, sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn. Der Klappentext macht sofort neugierig: Drei Fremde, eine verlassene Tankstelle mitten in der Nacht und eine Leiche – das erzeugt direkt Spannung. Besonders der Hinweis, dass es sich um einen psychologisch vielschichtigen Krimi handelt, hebt das Buch von einem klassischen „Wer war der Täter?“-Krimi ab. Auch dass Thomas Knüwer bereits mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet wurde, weckt Vertrauen in die Qualität der Geschichte. Insgesamt wirkt das Buch intensiv, düster und nichts für zarte Gemüter.
Der Schreibstil wirkt schnörkellos und direkt. Besonders gut gefällt mir, dass aus mehreren Perspektiven erzählt wird. Dadurch lernt man die Figuren nicht nur von außen kennen, sondern versteht ihre Gedanken, Ängste und Motive viel besser. Gerade bei einer Geschichte über Schuld, Vergangenheit und schicksalhafte Verbindungen sorgt das für mehr Tiefe.
Im Mittelpunkt steht Joran, der frisch aus dem Jugendgefängnis entlassen wurde. Doch die Freiheit fühlt sich für ihn nicht wie ein Neuanfang an. Sein Vater setzt ihn unter Druck, er soll dem älteren Mann, den er damals beim Überfall vor sieben Jahren verletzt hat, weiter Schmerzensgeld zahlen. Joran hat doch seine Strafe abgesessen und genug gebüßt. Ich kann ihn echt gut verstehen, dass er sich vom Acker macht. Seinen Neustart hat er sich bestimmt anders vorgestellt. Auch die zwei weiteren Personen sind interessant. Das kleine Mädchen im Schlafanzug, und Charu, eine Fotografin, die verlassene Orte dokumentiert, werden sie Joran begegnen? Der Klappentext bestätigt das. Mich würde vorallem interessieren, wie das kleine Mädchen, im Schlafanzug, an die verlassene Tankstelle kommt. Der Fund der Leiche verbindet die drei auf unheimliche Weise miteinander.
Ich erwarte, dass sich nach und nach aufklärt, was damals vor sieben Jahren wirklich passiert ist und wer für Aras Tod verantwortlich ist. Gleichzeitig glaube ich, dass es nicht nur um das Verbrechen geht, sondern stark um die Vergangenheit der Figuren, um Schuld, Verantwortung und zwischenmenschliche Abgründe. Wahrscheinlich wird sich zeigen, wie die Schicksale der drei Personen zusammenhängen und warum gerade sie in dieser Nacht dort sind. Ich rechne mit vielen psychologischen Spannungsmomenten und überraschenden Wendungen.
Mich reizt besonders die düstere Atmosphäre rund um den Lost Place und die Tatsache, dass die Figuren offenbar alle etwas mit sich herumtragen. Die Mischung aus Kriminalfall und psychologischer Tiefe finde ich sehr spannend. Ich möchte unbedingt wissen, wie alles zusammenhängt und ob Joran eine Chance auf einen Neuanfang hat oder ob ihn seine Vergangenheit endgültig einholt. Deshalb würde ich sehr gern weiterlesen und ein kostenloses Leseexemplar gewinnen.