Fast unerträglich spannend und sehr düster

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
gagiju Avatar

Von

Das Cover in wirklich giftigem Grün und Schwarz ist plakativ und lässt Gefahr und Kälte ahnen. Es passt gut zum "giftigen" Titel.

Ich kannte den Autor bisher nicht und bin super positiv überrascht.

Die Szenerie ist außergewöhnlich, die 3 zufällig aufeinander prallenden Personen bieten die Basis für eine hochinteressante Geschichte
Ich habe das Buch mit großer Begeisterung angefangen.Schon vom Einstieg an hat es mich voll gepackt, es ist düster und gruselig und schafft alles andere als eine Wohlfühlatmosphäre - weder im Ambiente der Lost-Places-Fotografin und erst recht nicht zuhause bei Joran oder Edda.
Aber die Spannung hat mich gleich mitgerissen , ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Auch wenn das Setting mehr als düster ist - ein gerade aus dem Knast entlassener junger Mann mit einem A... von Vater, eine etwas verloren wirkende Lost Places Fotografin, ein kleines Mädchen, von dem man anfänglich noch gar nichts weiß...
Das alles in trübem, teils nächtlichen Ambiente, voll offener Rätsel und dunkler Vergangenheiten.....
Super spannend geschrieben, grandios beschrieben alles, flüssig zu lesen, regelrecht zu verschlingen....

Ich habe begeistert und atemlos weiter gelesen, immer voll des tiefen Bedauerns für Edda, Charu und Joran, die - jeder für sich und aus ganz unterschiedlichen Gründen - in völlig ausweglosen Situationen zu stecken scheinen, die offensichtlich immer schlimmer und verfahrener werden, je mehr sie sich bemühen, da heraus zu kommen.
Ich finde die Geschichte sehr beklemmend, aber auch super mitreissend. Dass man mehr Sympathie für die drei empfindet als für die Getöteten, ist vom Autor sehr geschickt gemacht.
Darum geht es auch in diesem Buch meiner Meinung nach - die Rolle von Tätern und Opfern, die Motive der Täter, die ja auch selbst Opfer sind und wie schnell die Grenzen verwischen und / oder man von der einen auf die andere Seite wechselt, manchmal sogar ungewollt.
Die Einstufung als Kriminalroman ist m.E. durchaus gerechtfertigt. Es gibt doch schließlich genug Verbrechen - Drogenhandel, Missbrauch, Betrug, Mobbing, Diebstahl, Mord.... Dass sich niemand sonderlich akribisch bemüht, die Verbrechen aufzuklären, steht auf einem anderen Blatt und ist für die Festlegung des Genres m.E. auch nicht wichtig.

Das Ende bietet noch einmal eine unerwartete Überraschung und lässt noch einige Fragen offen. Passt aber zum Inhalt.

Von mir eine unbedingte Leseempfehlung, vor allem für Menschen, die das Gegenteil von Cozy Krimis suchen!!!