Intensives Leseerlebnis

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Giftiger Grund hat mich von der ersten Seite an gepackt – und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Auch wenn der Roman als Kriminalroman vermarktet wird, würde ich ihn persönlich eher als Thriller einordnen. Die Spannung entsteht nicht durch klassische Ermittlungsarbeit, sondern durch eine dichte, beinahe atemlose Atmosphäre und das psychologische Raffinement der Figuren.

Besonders beeindruckt hat mich der Stil des Autors: extrem kurze Sätze, abrupte Gedankensprünge, eine schnörkellose, reduzierte Sprache. Das ist sicher nicht jedermanns Sache – man muss diese Art des Erzählens mögen. Ich mochte sie sehr. Gerade durch diese sprachliche Verknappung entsteht ein Sog, der die Geschichte intensiv und unmittelbar wirken lässt.

Die Handlung ist klug konstruiert und sorgfältig verwoben. Im Zentrum stehen die Geheimnisse dreier Protagonisten, die sich nach und nach offenbaren – und schließlich auf überraschende Weise miteinander verknüpft sind. (Tipp: Nicht den Klappentext lesen, um Spoiler zu vermeiden!) Diese dramaturgische Verzahnung ist wirklich gelungen und sorgt dafür, dass man ständig weiterliest, um die Zusammenhänge endlich vollständig zu durchdringen.

Mit rund 330 Seiten hat das Buch genau die richtige Länge. Mehr hätte es für mich nicht gebraucht – die Geschichte ist straff erzählt und verliert sich nicht in unnötigen Nebensträngen.

Die Sprache ist stellenweise sehr vulgär. Auch das muss man mögen. Soll wohl das dargestellte Milieu authentisch widerspiegeln und passt zur rauen Grundstimmung des Romans.

Insgesamt ein intensives Buch, das ich innerhalb von drei Tagen verschlungen habe. Für mich klare 5 Sterne.