Kein Krimi - aber spannend

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tigerbea Avatar

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Joran, der nach sieben Jahren Knast wieder in Freiheit ist, sucht mitten in der Nacht an einer Tankstelle nach der Beute des damaligen Raubzuges. Er findet dabei eine Leiche. Zeitgleich ist Charu an der Tankstelle, eine Lost-Place-Fotografin. Bei Sichtung ihrer nächtlichen Aufnahmen entdeckt sie ein kleines Mädchen, bekleidet mit Schlafanzug, Gummistiefeln und Regenjacke, die ebenfalls nachts an der Tankstelle war. Wer ist sie und was will sie dort?

Thomas Knüwer betitelt sein Buch "Giftiger Grund" zwar als Krimi, jedoch ist dies eher nicht der Fall. Für mich handelt es sich eher um eine spannende Erzählung. Er erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was dem Leser das Geschehen und die Charaktere näher bringt. Die Charaktere wurden mir erst nach und nach sympathisch, ich mußte sie tatsächlich erst näher kennenlernen. Sie sind keine Helden, leben eher am Rande der Gesellschaft und haben ihre Bündel zu tragen. Die Hintergründe von Joran und Charu sind schnell bekannt, jedoch fragt man sich die ganze Zeit, welchen Hintergrund das Mädchen Edda hat. Dies erfährt man erst ganz am Schluß. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich der Schreibstil von Thomas Klüwer. Die Sätze wirken abgehackt und das ständige Einstreuen von englischen Phrasen - dies hat mich gestört und den Lesefluss etwas unterbrochen. Dies ist aber auch alles, was mich an diesem spannenden Buch gestört hat.