Lost Places

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bobbember Avatar

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„Giftiger Grund“ hat mich von der ersten Seite an gepackt – ein Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichte ist nicht nur extrem spannend, sondern auch atmosphärisch dicht und voller überraschender Entwicklungen.

Im Zentrum stehen drei völlig unterschiedliche Menschen, die sich zufällig mitten in der Nacht an einer verlassenen Tankstelle begegnen – einem unheimlichen Lost Place. Was zunächst wie ein merkwürdiges Zusammentreffen wirkt, eskaliert schnell, als sie eine Leiche entdecken. Nach und nach wird klar, dass sie mehr miteinander verbindet, als ihnen lieb ist, und dass dieser Ort eine dunkle Vergangenheit birgt.

Besonders fasziniert hat mich die Figur Charu: Eine Instagrammerin, die verlassene Orte fotografiert und auf jedem ihrer Bilder eine kleine glitzernde Figur platziert – eine originelle und gleichzeitig geheimnisvolle Idee, die perfekt zur Stimmung des Buches passt. Ihre Perspektive bringt etwas Modernes und zugleich Unheimliches in die Geschichte.

Auch Joran ist unglaublich spannend gezeichnet. Nach sieben Jahren im Jugendknast wird er plötzlich wieder in eine Welt geworfen, die sich komplett weitergedreht hat. Wie fühlt es sich an, als junger Mensch so lange von allem abgeschnitten zu sein? Diese Frage wird hier sehr eindrücklich spürbar gemacht. Seine Orientierungslosigkeit, die Schwierigkeiten bei der Jobsuche und der Druck durch seinen Vater machen seine Situation greifbar und tragisch zugleich.

Die Handlung entwickelt sich rasant, mit vielen Wendungen und einer konstanten Spannung, die bis zum Schluss anhält. Gleichzeitig geht das Buch weit über einen klassischen Krimi hinaus und beleuchtet zwischenmenschliche Abgründe und moralische Grauzonen.

Für mich ein rundum gelungener Thriller mit starken Figuren, einer originellen Idee und einer düsteren, fesselnden Atmosphäre