Lost places, lost people
Eine junge Frau, die Videos von lost places, verlassenen Orten dreht, ein Häftling, der frisch entlassen versucht, wieder ins normale Leben zurück zu finden und ein Mädchen, das nachts in eine alte Tankstelle flüchtet dies sind die Hauptdarsteller in diesem realistischen, harten Krimi. Die Härte kommt allerdings weniger von der durchaus vorhandenen und gezeigten Gewalt, als vielmehr von der psychologischen Darstellung der Situation. Diese ist sehr authentisch und glaubhaft darstellt, was auch dazu führt, dass das Buch einige Stellen enthält, die durchaus empfindliche Personen triggern können. Für Freunde der sogenannten Cosy-Crime-Szene ist dieses Buch ganz sicher nichts. Dem Autor gelingt es bedrückend gut, die Verzweiflung der Personen darzustellen, ihre Ängste, Hoffnungen und Verlorenheit in einer Welt, weit ab der bunten Fassade unserer Gesellschaft. Das tut manchmal weh, man will ins Geschehen eingreifen und die Personen retten, auch vor sich selbst. Die Hilflosigkeit der Personen im Buch überträgt sich auf die Leser. Beinahe schmerzhaft verfolgt man die agierenden Figuren, wenn sie das Richtige tun wollen, aber an der Realität scheitern. Der giftige Grund des Covers ist viel mehr, als der ölgetränkte Boden an der alten Tankstelle. Vielmehr ist es die Schattenwelt, die so gerne ignoriert wird. Was nicht sein darf, kann nicht sein. Wir leben doch in einer zivilisierten Gesellschaft, oder nicht? Kein einfaches Buch, aber ein fesselndes, das neben aller Trostlosigkeit auch einen Funken Hoffnung versprüht. Man kann sich ändern, man kann zusammen etwas bewirken, nicht alles ist verloren, wie in den lost places. Und es gibt das Gute im Menschen, das vielleicht manchmal erst aus seiner Wohlfühlzone gelockt werden muss.
Das Einzige, das mir persönlich nicht wirklich zugesagt hat, war der Erzählstil, der die jeweilige Hauptperson der einzelnen Kapitel in der Ich-Form agieren lässt. Dieser Kniff, der den Charakter und die Sichtweise der Personen durchaus verstärkt, irritierte mich teilweise im Lesefluss.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
Das Einzige, das mir persönlich nicht wirklich zugesagt hat, war der Erzählstil, der die jeweilige Hauptperson der einzelnen Kapitel in der Ich-Form agieren lässt. Dieser Kniff, der den Charakter und die Sichtweise der Personen durchaus verstärkt, irritierte mich teilweise im Lesefluss.
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