Lost Souls am Lost Place

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bookfriend135 Avatar

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Joran wurde frisch aus dem Jugendknast entlassen und macht keine guten Erfahrungen draußen: Sein Vater erpresst ihn und die Jobsuche gestaltet sich mehr als schwierig. Aus Verzweiflung schleicht er nachts zu der Tankstelle, die er vor sieben Jahren überfallen hat, um die Beute von damals aus ihrem Versteck zu holen. Doch statt dem Geld findet er auf dem verlassenen Gelände im Schacht eine Leiche: Aras, sein damaliger Freund und Komplize. Hat der Dritte im Bunde ihn umgebracht? Dann bemerkt Joran, dass er nicht allein dort ist: Da sind noch Edda, ein kleines Mädchen im Schlafanzug und Charu, eine Lost Places Fotografin. Das Areal wird die drei auf schicksalhafte Weise miteinander verbinden.

Als erstes hat mich an dem Buch das Cover angesprochen: der giftgrüne Hintergrund mit der weißen Schrift und den düsteren Ästen - ein echter Hingucker. Und auch der Klappentext hat mich neugierig auf die Geschichte dahinter gemacht. Dass der Autor mit seiner letzten Veröffentlichung “Das Haus in dem Gudelia stirbt” den Deutschen Krimipreis 2024 und den Stuttgarter Krimipreis 2025 gewonnen hat war nur das Sahnehäubchen. Thomas Knüwer hat einen gut zu lesenden und flüssigen Schreibstil. Die drei verschiedenen Erzählerperspektiven aus denen die Geschichte geschildert wird, lassen den Leser schrittweise in die persönlichen Leben der Protagonisten blicken. Man bekommt einen Einblick in deren Gedankenwelt und was sie bewegt. Die kurzen Kapitel sind gut miteinander verwoben und das Setting des Lost-Place ist spannend und einfallsreich gewählt. Davon hatte ich mir allerdings noch ein bisschen mehr versprochen. Auch die Spannung kam stellenweise zu kurz. Da es in dem Sinne keine klassische Aufklärung eines Verbrechens oder eine Ermittlerfigur gibt ist die Bezeichnung als Krimi auch etwas irreführend. Was mir sehr gut gefallen hat war der letzte Plot-Twist, allerdings ist in diesem Zusammenhang das offene Ende überhaupt nicht mein Fall.