mitgehangen, mitgefangen
Dieses Buch lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Es ist weder klassischer Krimi noch Roman noch Thriller, sondern eher eine ungewöhnliche Mischung aus allem und gleichzeitig etwas ganz Eigenes. Die Erwartungshaltung, die man an ein Genre knüpft, greift hier nicht.
Doch worum geht es? Mitten in der Nacht treffen sich zufällig drei Personen in einer verlassenen Waschanlage. Charu, die Fotografin von Lost-Places, Joran, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde und Edda, ein Kind, über das wir sonst nichts wissen. Nicht nur die Personenzahl ist klein gehalten, auch das Setting ist räumlich sehr begrenzt. Da wirkt der Lost Place umso intensiver und beklemmender. Gespickt wird das Ganze mit einem Toten, der sich in unmittelbarer Nähe in einem Schacht befindet. Da er schon früh eingeführt wird, hätte ich erwartet, dass die Hintergründe seines Todes eine viel zentralere Rolle spielen und dessen Aufklärung mehr im Mittelpunkt steht. Seine Figur bleibt zunächst aber erstaunlich nebensächlich für einen Krimi.
Die kurzen Kapitel und Wechsel zwischen den Protagonisten sorgen für Tempo und Abwechslung. Die Ich-Perspektive sorgt für Nähe und wir erfahren mehr über das Leben und die Gedanken der Figuren. Gleichzeitig entsteht ein Wissensvorsprung, denn wir Leser kennen den Grund, warum Charu und Joran in der Waschanlage sind, sie selbst wissen es voneinander nicht. Auf allen Seiten herrscht Misstrauen und keiner möchte preisgeben, warum er gerade jetzt dort ist. Dieses Grundmisstrauen trägt entscheidend zur Atmosphäre bei und prägt jede Begegnung.
Edda spielt eine besonders rätselhafte Rolle, da wir erst spät mehr über sie erfahren. Die Gedanken, die man sich bis dahin über ihre Rolle und ihre persönliche Situation macht, sind ein zusätzlicher Anreiz, die Geschichte weiterzulesen.
Dieses Buch lebt stark von seinen Figuren, ihren sozialen Verhältnissen und dem fragilen Miteinander, das aus diesem zufälligen Aufeinandertreffen entsteht. Klassische Spannung im Krimi-Sinne entstand da bei mir weniger, doch ich habe mit großem Interesse verfolgt, wie die drei mit der Situation umgehen und ob sie einander vertrauen können.
Für meinen Geschmack war die Schlussphase zwar wirkungsvoll, aber auch etwas überspitzt und auch die Auflösung um Edda nicht glaubwürdig genug. Trotzdem muss das Buch bis zum allerletzten Satz gelesen werden. Der so überraschend gut und gleichzeitig so absolut bösartig ist. Was für ein unerwartetes Ende.
Fazit: Wer einen klassischen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein. Wer atmosphärische, charaktergetriebene Geschichten zu schätzen weiß, wird hier jedoch fündig werden. Und eines schafft das Buch wirklich, es bleibt im Kopf.
Doch worum geht es? Mitten in der Nacht treffen sich zufällig drei Personen in einer verlassenen Waschanlage. Charu, die Fotografin von Lost-Places, Joran, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde und Edda, ein Kind, über das wir sonst nichts wissen. Nicht nur die Personenzahl ist klein gehalten, auch das Setting ist räumlich sehr begrenzt. Da wirkt der Lost Place umso intensiver und beklemmender. Gespickt wird das Ganze mit einem Toten, der sich in unmittelbarer Nähe in einem Schacht befindet. Da er schon früh eingeführt wird, hätte ich erwartet, dass die Hintergründe seines Todes eine viel zentralere Rolle spielen und dessen Aufklärung mehr im Mittelpunkt steht. Seine Figur bleibt zunächst aber erstaunlich nebensächlich für einen Krimi.
Die kurzen Kapitel und Wechsel zwischen den Protagonisten sorgen für Tempo und Abwechslung. Die Ich-Perspektive sorgt für Nähe und wir erfahren mehr über das Leben und die Gedanken der Figuren. Gleichzeitig entsteht ein Wissensvorsprung, denn wir Leser kennen den Grund, warum Charu und Joran in der Waschanlage sind, sie selbst wissen es voneinander nicht. Auf allen Seiten herrscht Misstrauen und keiner möchte preisgeben, warum er gerade jetzt dort ist. Dieses Grundmisstrauen trägt entscheidend zur Atmosphäre bei und prägt jede Begegnung.
Edda spielt eine besonders rätselhafte Rolle, da wir erst spät mehr über sie erfahren. Die Gedanken, die man sich bis dahin über ihre Rolle und ihre persönliche Situation macht, sind ein zusätzlicher Anreiz, die Geschichte weiterzulesen.
Dieses Buch lebt stark von seinen Figuren, ihren sozialen Verhältnissen und dem fragilen Miteinander, das aus diesem zufälligen Aufeinandertreffen entsteht. Klassische Spannung im Krimi-Sinne entstand da bei mir weniger, doch ich habe mit großem Interesse verfolgt, wie die drei mit der Situation umgehen und ob sie einander vertrauen können.
Für meinen Geschmack war die Schlussphase zwar wirkungsvoll, aber auch etwas überspitzt und auch die Auflösung um Edda nicht glaubwürdig genug. Trotzdem muss das Buch bis zum allerletzten Satz gelesen werden. Der so überraschend gut und gleichzeitig so absolut bösartig ist. Was für ein unerwartetes Ende.
Fazit: Wer einen klassischen Krimi erwartet, wird enttäuscht sein. Wer atmosphärische, charaktergetriebene Geschichten zu schätzen weiß, wird hier jedoch fündig werden. Und eines schafft das Buch wirklich, es bleibt im Kopf.