Berührend, rau und unglaublich menschlich

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zockip18 Avatar

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„Glasgow Boys“ hat mich vor allem deshalb beeindruckt, weil der Roman seine Figuren nicht einfach in eine klassische Liebesgeschichte steckt, sondern sich viel Zeit dafür nimmt, ihre Vergangenheit, ihre Ängste und ihre persönliche Entwicklung zu zeigen. Im Mittelpunkt stehen Banjo und Finlay, deren Leben sich auf unterschiedliche Weise mit schwierigen Erfahrungen auseinandersetzen müssen. Die Geschichte wird abwechselnd aus ihren Perspektiven erzählt, wodurch ich beide Figuren sehr intensiv kennenlernen konnte.

Besonders gut gefallen hat mir, wie authentisch die Charaktere wirken. Banjo ist impulsiv, wütend und oft sehr direkt, gleichzeitig aber auch verletzlich und unsicher. Finlay wirkt dagegen eher zurückhaltend und versucht, vieles mit sich selbst auszumachen. Gerade diese Gegensätze fand ich spannend. Beide machen Fehler und handeln nicht immer nachvollziehbar oder richtig, aber genau das hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Ihre Entwicklung empfand ich als einen der stärksten Aspekte des Romans.

Auch die behandelten Themen fand ich gut umgesetzt. Der Roman beschäftigt sich unter anderem mit Trauma, Missbrauch, Angst, Einsamkeit und der Frage, wie schwer es sein kann, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Dabei wird nicht der Eindruck vermittelt, dass schwierige Erfahrungen einfach verschwinden, sobald man jemanden findet, der einen liebt. Stattdessen zeigt die Geschichte, dass Veränderung Zeit braucht und dass Vertrauen und Vergebung nicht selbstverständlich sind. Dadurch wirkt die Handlung trotz ihrer emotionalen Momente angenehm ehrlich.

Der Schreibstil hat mir ebenfalls gut gefallen. Die wechselnden Perspektiven sorgen für Abwechslung und geben einen sehr unmittelbaren Einblick in die Gedankenwelt der beiden Protagonisten. Teilweise sind die Gefühle der Figuren sehr intensiv beschrieben, was die Geschichte emotional und stellenweise auch ziemlich aufwühlend macht. Gleichzeitig gibt es immer wieder humorvolle und warme Momente, die für eine gute Balance sorgen.

Auch die Gestaltung des Buches gefällt mir. Der Titel passt für mich sehr gut zur Geschichte und vermittelt bereits etwas von dem rauen, aber gleichzeitig persönlichen Charakter des Romans.

Insgesamt hat mich „Glasgow Boys“ vor allem durch seine vielschichtigen Figuren und die emotionale, aber nicht oberflächliche Geschichte überzeugt. Es ist ein Buch über Verletzlichkeit, Freundschaft, Liebe, Schuld und die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln.

Mein Fazit: Ich würde das Buch besonders Leser*innen empfehlen, die emotionale Geschichten mit authentischen Charakteren und ernsteren Themen mögen und dabei keine völlig glattgebügelten Figuren erwarten. Für mich ist „Glasgow Boys“ eine berührende und gleichzeitig sehr intensive Geschichte, die noch eine Weile nach dem Lesen nachwirkt.