Eine Mischung aus Traurigkeit und Hoffnung

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Manche Bücher leben nicht von großen Wendungen oder besonders viel Action, sondern einfach von ihren Figuren. Und „Glasgow Boys“ ist für mich genau so ein Buch.

Im Mittelpunkt stehen Banjo und Finlay, die beide im Pflegesystem aufgewachsen sind und früher unzertrennlich waren. Bis etwas passiert ist, das ihre Freundschaft komplett zerstört hat. Drei Jahre später gehen sie getrennte Wege und versuchen, sich irgendwie ein eigenes Leben aufzubauen. Was gar nicht so einfach ist, wenn man nie wirklich das Gefühl hatte, irgendwo dazuzugehören.

Was mich an diesem Buch besonders berührt hat, waren die beiden Protagonisten. Banjo und Finlay sind keine perfekten Charaktere. Sie treffen Entscheidungen, die man nicht immer nachvollziehen kann, stoßen Menschen vor den Kopf und stehen sich manchmal selbst im Weg. Aber je mehr man über ihre Vergangenheit erfährt, desto besser versteht man, warum sie so sind. Und ganz ehrlich: Ich hätte die beiden zwischendurch am liebsten einfach mal fest in den Arm genommen.

Besonders schön fand ich, dass es in der Geschichte zwar auch um die erste Liebe geht, aber eben längst nicht nur. Freundschaft, Vertrauen, Zugehörigkeit und Found Family spielen eine mindestens genauso große Rolle. Vor allem die Frage, wie man überhaupt lernen soll, anderen Menschen zu vertrauen, wenn man sein ganzes Leben lang erlebt hat, dass Beziehungen nicht von Dauer sein müssen, zieht sich durch das ganze Buch.

Dabei ist „Glasgow Boys“ definitiv keine Geschichte, in der ständig irgendetwas Spektakuläres passiert. Vieles spielt sich auf emotionaler Ebene ab und die Handlung ist stellenweise ziemlich ruhig. Mich hat das aber tatsächlich kaum gestört, weil ich Banjo und Finlay einfach unglaublich gerne begleitet habe.

Was mir besonders in Erinnerung bleiben wird, ist diese Mischung aus Traurigkeit und Hoffnung. Denn trotz all der schwierigen Erfahrungen, die die beiden machen mussten, zeigt das Buch auch, dass es Menschen gibt, die bleiben. Und dass man sich manchmal erst selbst erlauben muss, glücklich zu sein.

Für mich ein wirklich berührendes Coming-of-Age-Buch mit zwei Protagonisten, die mir sehr ans Herz gewachsen sind. Keine Geschichte, die einen mit großen Überraschungen umhaut, sondern eine, die vor allem durch ihre Menschlichkeit überzeugt.