so roh, so wertvoll!
Ich habe selten ein Buch gelesen, was gleichzeitig so roh und selbstreflektiert war. Die Autorin hat hier ein emotionales Meisterwerk geschaffen.
Die beiden Hauptpersonen Banjo und Finlay haben sich vor drei Jahren ein Zimmer in einer Wohngruppe der Jugendhilfe geteilt. Jetzt lebt Banjo in einer neuen Pflegefamilie während er sein letztes Schuljahr absolviert und Finlay fängt als junger Careleaver ein Studium an. Beide in Glasgow, gar nicht so weit voneinander entfernt und doch ohne voneinander zu wissen.
Die beiden Erzählstränge stehen nebeneinander, verbunden durch die eingeschobenen Rückblicke in die Vergangenheit und das Nachwirken ihrer gemeinsamen Zeit in die Gegenwart hinein. Die Autorin schafft es diese beiden Zeitebenen und Erzählstränge gut auszubalancieren und sowohl jedem sein Spezifisches zu lassen, als auch das Verbindende deutlich zu machen.
Wir erleben beim Lesen die beiden Charaktere von Anfang an aus ihrer Innenperspektive und dürfen ihnen sehr nah sein. Die Erzählstimme ist dabei sehr ehrlich und tritt für die Selbstverständlichkeit von Banjos und Finlays Lebenswelten so ein, dass diese Haltung wie ein Fluss die Erzählung trägt. Mir ist das erst zum Ende hin wirklich aufgefallen, so angenehm und subtil läuft das ab. Ich finde es vor allem deswegen bemerkenswert, weil gerade die rohe Emotionalität des Buches auf dieser sehr selbstreflektierten Grundlage ihre volle Wucht entfaltet. So wird wirklich Raum für Angst, Wut, Scham. Ich weine selten beim Lesen – „Glasgow boys“ musste ich mehrfach aus der Hand legen, weil ich vor Tränen nichts mehr sehen konnte. Stilistisch tragen die langen Dialoge und die beschreibenden Verhaltensbeobachtungen zu der Direktheit der Gefühle bei.
Die Entwicklungen der Hauptpersonen werden so natürlich entwickelt, dass es mir im Leseverlauf gar nicht recht aufgefallen ist, Es passt einfach zu den Charakteren und natürlich würden sie sich so verhalten. Durch den Erzählstil werden mögliche Vorurteile und stigmatisierende Annahmen von Anfang an umschifft. Und dann ist das Ende da und ich denke an den Anfang und es ist so ein Unterschied, so eine krasse Charakter- und Lebensentwicklung zu sehen, die mich das ganze Buch nochmal Revue passieren lässt. Aber es stimmt eben, nichts ist aufgesetzt, es ist so nachvollziehbar und trotzdem zu schön – so gut, dass es wehtut.
Ich bin sehr berührt und mitgenommen von diesem Buch und mag es gerne empfehlen. Bei weitem nicht nur im Jugendbuchsegment. Inhaltlich und Stilistisch hat die Autorin hier Großes geleistet.
Die beiden Hauptpersonen Banjo und Finlay haben sich vor drei Jahren ein Zimmer in einer Wohngruppe der Jugendhilfe geteilt. Jetzt lebt Banjo in einer neuen Pflegefamilie während er sein letztes Schuljahr absolviert und Finlay fängt als junger Careleaver ein Studium an. Beide in Glasgow, gar nicht so weit voneinander entfernt und doch ohne voneinander zu wissen.
Die beiden Erzählstränge stehen nebeneinander, verbunden durch die eingeschobenen Rückblicke in die Vergangenheit und das Nachwirken ihrer gemeinsamen Zeit in die Gegenwart hinein. Die Autorin schafft es diese beiden Zeitebenen und Erzählstränge gut auszubalancieren und sowohl jedem sein Spezifisches zu lassen, als auch das Verbindende deutlich zu machen.
Wir erleben beim Lesen die beiden Charaktere von Anfang an aus ihrer Innenperspektive und dürfen ihnen sehr nah sein. Die Erzählstimme ist dabei sehr ehrlich und tritt für die Selbstverständlichkeit von Banjos und Finlays Lebenswelten so ein, dass diese Haltung wie ein Fluss die Erzählung trägt. Mir ist das erst zum Ende hin wirklich aufgefallen, so angenehm und subtil läuft das ab. Ich finde es vor allem deswegen bemerkenswert, weil gerade die rohe Emotionalität des Buches auf dieser sehr selbstreflektierten Grundlage ihre volle Wucht entfaltet. So wird wirklich Raum für Angst, Wut, Scham. Ich weine selten beim Lesen – „Glasgow boys“ musste ich mehrfach aus der Hand legen, weil ich vor Tränen nichts mehr sehen konnte. Stilistisch tragen die langen Dialoge und die beschreibenden Verhaltensbeobachtungen zu der Direktheit der Gefühle bei.
Die Entwicklungen der Hauptpersonen werden so natürlich entwickelt, dass es mir im Leseverlauf gar nicht recht aufgefallen ist, Es passt einfach zu den Charakteren und natürlich würden sie sich so verhalten. Durch den Erzählstil werden mögliche Vorurteile und stigmatisierende Annahmen von Anfang an umschifft. Und dann ist das Ende da und ich denke an den Anfang und es ist so ein Unterschied, so eine krasse Charakter- und Lebensentwicklung zu sehen, die mich das ganze Buch nochmal Revue passieren lässt. Aber es stimmt eben, nichts ist aufgesetzt, es ist so nachvollziehbar und trotzdem zu schön – so gut, dass es wehtut.
Ich bin sehr berührt und mitgenommen von diesem Buch und mag es gerne empfehlen. Bei weitem nicht nur im Jugendbuchsegment. Inhaltlich und Stilistisch hat die Autorin hier Großes geleistet.