Über Wut, Einsamkeit und die Suche nach Zugehörigkeit
„Glasgow Boys“ hat mich vor allem deshalb berührt, weil ich sehr schnell eine Verbindung zu den beiden Protagonisten Banjo und Finlay aufbauen konnte. Ihre Wut, ihre Enttäuschung und auch ihre Schwierigkeiten, anderen Menschen zu vertrauen und Nähe zuzulassen, waren für mich sehr gut nachvollziehbar. Margaret McDonald erzählt ihre Geschichte mit viel Empathie, ohne die beiden dabei auf ihre schwierige Vergangenheit zu reduzieren.
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch eine Coming-of-Age-Geschichte aus einer Perspektive erzählt, die in Romanen meiner Erfahrung nach noch immer viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt: aus der Perspektive von Jugendlichen, die in Heimen und Pflegefamilien aufgewachsen sind. Banjo und Finlay müssen sich mit vielen Problemen auseinandersetzen, die andere Jugendliche in ihrem Alter so nicht kennen. Gerade diese Erfahrungen prägen ihre Beziehungen und ihren Blick auf sich selbst und andere Menschen. Das fand ich spannend und wichtig, weil der Roman damit Lebensrealitäten sichtbar macht, die häufig übersehen werden.
Auch darüber hinaus greift das Buch viele ernste Themen auf. Es geht um Einsamkeit, familiäre Konflikte und Gewalt, aber auch um Krankheit, Behinderung und queere Identität. Trotz dieser Vielzahl an Themen hatte ich lange nicht das Gefühl, dass der Roman überladen ist. Vielmehr ergeben sich die unterschiedlichen Konflikte sehr natürlich aus den Geschichten der Figuren. Gerade Banjo und Finlay wirkten auf mich dabei authentisch und vielschichtig. Ihre Verletzlichkeit steht immer wieder neben Wut, Trotz und dem Wunsch, irgendwie auf eigenen Beinen zu stehen.
Etwas verloren hat mich das Buch allerdings gegen Ende. Hier wurde mir emotional zu dick aufgetragen und die Geschichte entwickelte sich für meinen Geschmack zunehmend in eine etwas zu kitschige und fast schon „ponyhofmäßige“ Richtung. Natürlich habe auch ich Banjo und Finlay nach allem, was sie erlebt haben, eine positive Wendung in ihrem Leben gewünscht. Diese kam für mich allerdings teilweise zu plötzlich und wurde anschließend emotional sehr breit dargestellt. Gerade weil der Roman zuvor so überzeugend gezeigt hatte, wie kompliziert das Leben seiner Figuren ist, hätte ich mir auch für das Ende etwas mehr Differenzierung gewünscht. Denn ein nahezu perfektes Ende – wo gibt es das schon im echten Leben?
Trotzdem bleibt „Glasgow Boys“ für mich eine berührende Coming-of-Age-Geschichte über zwei junge Menschen, die viel zu früh lernen mussten, mit Ablehnung, Einsamkeit und Enttäuschungen umzugehen. Gerade die Perspektive von Jugendlichen aus dem Heim- und Pflegesystem macht das Buch besonders und hat mir noch einmal vor Augen geführt, welche Herausforderungen diese Erfahrungen auch lange danach mit sich bringen können. Auch wenn mir das Ende etwas zu glatt und gefühlsbetont geraten ist, haben mich Banjo und Finlay als Figuren überzeugt und ihre Geschichten werden mir sicherlich noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch eine Coming-of-Age-Geschichte aus einer Perspektive erzählt, die in Romanen meiner Erfahrung nach noch immer viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt: aus der Perspektive von Jugendlichen, die in Heimen und Pflegefamilien aufgewachsen sind. Banjo und Finlay müssen sich mit vielen Problemen auseinandersetzen, die andere Jugendliche in ihrem Alter so nicht kennen. Gerade diese Erfahrungen prägen ihre Beziehungen und ihren Blick auf sich selbst und andere Menschen. Das fand ich spannend und wichtig, weil der Roman damit Lebensrealitäten sichtbar macht, die häufig übersehen werden.
Auch darüber hinaus greift das Buch viele ernste Themen auf. Es geht um Einsamkeit, familiäre Konflikte und Gewalt, aber auch um Krankheit, Behinderung und queere Identität. Trotz dieser Vielzahl an Themen hatte ich lange nicht das Gefühl, dass der Roman überladen ist. Vielmehr ergeben sich die unterschiedlichen Konflikte sehr natürlich aus den Geschichten der Figuren. Gerade Banjo und Finlay wirkten auf mich dabei authentisch und vielschichtig. Ihre Verletzlichkeit steht immer wieder neben Wut, Trotz und dem Wunsch, irgendwie auf eigenen Beinen zu stehen.
Etwas verloren hat mich das Buch allerdings gegen Ende. Hier wurde mir emotional zu dick aufgetragen und die Geschichte entwickelte sich für meinen Geschmack zunehmend in eine etwas zu kitschige und fast schon „ponyhofmäßige“ Richtung. Natürlich habe auch ich Banjo und Finlay nach allem, was sie erlebt haben, eine positive Wendung in ihrem Leben gewünscht. Diese kam für mich allerdings teilweise zu plötzlich und wurde anschließend emotional sehr breit dargestellt. Gerade weil der Roman zuvor so überzeugend gezeigt hatte, wie kompliziert das Leben seiner Figuren ist, hätte ich mir auch für das Ende etwas mehr Differenzierung gewünscht. Denn ein nahezu perfektes Ende – wo gibt es das schon im echten Leben?
Trotzdem bleibt „Glasgow Boys“ für mich eine berührende Coming-of-Age-Geschichte über zwei junge Menschen, die viel zu früh lernen mussten, mit Ablehnung, Einsamkeit und Enttäuschungen umzugehen. Gerade die Perspektive von Jugendlichen aus dem Heim- und Pflegesystem macht das Buch besonders und hat mir noch einmal vor Augen geführt, welche Herausforderungen diese Erfahrungen auch lange danach mit sich bringen können. Auch wenn mir das Ende etwas zu glatt und gefühlsbetont geraten ist, haben mich Banjo und Finlay als Figuren überzeugt und ihre Geschichten werden mir sicherlich noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.