Willkommen im Lichtenstein - zu Tanz, Rausch und verführerischer Magie!
Charlotte, Charlie, erhofft sich im berühmt-berüchtigten Grandhotel Lichtenstein endlich ihren Durchbruch als Tänzerin. Auf der Suche nach der Magie trifft sie auf den Showboxer Willem. Er redet nicht viel, stimmt aber glücklicherweise zu, die geheimnisvollen Tanzbälle mit ihr zu besuchen. Denn dort ist ihr der Eintritt nur am Arm eines Geliebten gestattet. Was sie nicht weiß: er ist geradezu dankbar für diese einmalige Gelegenheit, da er um jeden Preis mit seinem Bruder sprechen muss, der sich stets auf den Bällen herumtreibt. Hier wird gefeiert, wofür das Hotel steht: Rausch, Ekstase, die Erfüllung der größten Träume und natürlich die noch größere Liebe - mitsamt tragischem Ende. Ob sich auch Charlies und Willems Träume erfüllen, oder aber klirrend wie Kronleuchter beim Fall zerspringen?
Der Umschlag sowie das darunterliegende Cover sind sehr ansprechend gestaltetet. Hübsch, aber ohne Veredelungen und etwas vintage - wie es zu einem in die Jahre gekommenen Luxushotel passt. Ungewöhnlich, aber ebenso passend zum rauen Charakter der Geschichte und des Settings, ist der Rough Cut der Seiten. Hier hat es mich nicht gestört - aber im Gegensatz zu manchen Farbschnitten wäre das für mich kein Grund gewesen, das Buch in der ersten Auflage zu kaufen. Ich mag bei Büchern dann doch lieber ein makelloses Aussehen, aber hier scheiden sich ja grundsätzlich die Geister.
Apropos Geister: die scheint es im Lichtenstein ja auch zu geben. Überhaupt umgibt das Hotel eine nicht wirklich greifbare Magie, die sowohl verlockend als auch düster zu sein scheint. Was ist Schein und was ist Sein? Diese Frage hat mich während des Lesens beinahe um den Verstand gebracht. Ich wusste bis zum Ende nicht, ob und für wen die Magie auch ihre guten Seiten hat. Genauso wenig, wem Charlie wo und wann vertrauen konnte - und wem nicht. Dadurch wollte ich immer weiterlesen, musste aber leider feststellen, dass ich nie ganz in die Geschichte gefunden habe. Vielleicht war es genau so gewollt. Dass die Magie des Hotels etwas Abstraktes und Vielschichtiges bleibt, das niemand, auch nicht wir Leser:innen, ganz zu fassen bekommen. Vielleicht wurden die großen Enthüllungen aber auch für Band 2 aufgespart.
Neben der Spannung, die gut aufgebaut war, mochte ich auch das Setting des Hotels sehr. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es in den einzelnen Räumen ausgesehen hat. Auch die Ausarbeitung der Charaktere fand ich gelungen! Die Protagonisten hatten ihre Ecken und Kanten und haben diese auch gezeigt - das fand ich sehr authentisch. Auch die Dynamik zwischen den Protagonisten und ihre sich anbahnende Zuneigung hat mir gut gefallen. Slow-Burn at it’s best! Charlie und die anderen Tänzerinnen haben zudem viele Unsicherheiten in sich vereint, die Frauen in der heutigen Zeit ebenso beschäftigen. In diesem Kontext gab es eine Stelle, die mich ganz besonders berührt hat. In der ich zugleich Verbundenheit und Wut empfunden habe. Verbundenheit den Frauen gegenüber und Wut darüber, wie viel in dieser Welt noch schiefläuft und wie wenig wir teilweise dagegen tun können - obwohl wir so viel dagegen tun wollen. Ich muss aber gestehen, dass ich es hier und da auch anstrengend fand, wie unvorsichtig Charlie durchs Leben geht. Ich wäre wohl überhaupt eher die Wanda in der Geschichte.
Ich habe die Geschichte bereits rau beschrieben. Damit meine ich einerseits die Ehrlichkeit und Authentizität, die die Figuren und das Setting kreieren. Damit meine ich aber auch, dass ebenso mit der Sprache und den Schilderungen von Gewalt und Sex umgegangen wird. Unvorsichtig und explizit, mir einfach stellenweise zu viel. Ja, es passt zu einem verruchten Hotel. Aber das bedeutet nicht, dass man es meiner Ansicht nach hätte weniger bildlich beschreiben können. Dennoch habe ich für mich beschlossen, vielleicht keine Bücher mehr mit dem Thema Boxen zu lesen. Da wird es einfach blutig, das hätte mir vorher klar sein müssen. Was ich weder positiv noch negativ anmerken, aber grundsätzlich erwähnen möchte, war der leichte Grusel-Charakter, der stellenweise durch die Magie aufgekommen ist. Das fand ich, genauso wie die Magie im Gesamten, echt interessant und eigenartig.
Insgesamt bin ich also wirklich hin- und hergerissen, was ich von der Geschichte und allem, das sie vereint, halten soll. Sie hat ihre absolut gelungenen und wichtigen Aspekte, aber auch ihre verwirrenden und unangenehmen Momente.
Fazit: Aufwühlend - positiv wie negativ. Man muss sich bewusst sein, dass hier nichts beschönigt wird und die Geschichte in einem etwas älteren Luxushotel spielt, das als verrucht gilt. Triggerwarnungen gibt es nicht grundlos. Dann kann man sich aber gerne von der eigenartigen Magie mitreißen lassen.
Der Umschlag sowie das darunterliegende Cover sind sehr ansprechend gestaltetet. Hübsch, aber ohne Veredelungen und etwas vintage - wie es zu einem in die Jahre gekommenen Luxushotel passt. Ungewöhnlich, aber ebenso passend zum rauen Charakter der Geschichte und des Settings, ist der Rough Cut der Seiten. Hier hat es mich nicht gestört - aber im Gegensatz zu manchen Farbschnitten wäre das für mich kein Grund gewesen, das Buch in der ersten Auflage zu kaufen. Ich mag bei Büchern dann doch lieber ein makelloses Aussehen, aber hier scheiden sich ja grundsätzlich die Geister.
Apropos Geister: die scheint es im Lichtenstein ja auch zu geben. Überhaupt umgibt das Hotel eine nicht wirklich greifbare Magie, die sowohl verlockend als auch düster zu sein scheint. Was ist Schein und was ist Sein? Diese Frage hat mich während des Lesens beinahe um den Verstand gebracht. Ich wusste bis zum Ende nicht, ob und für wen die Magie auch ihre guten Seiten hat. Genauso wenig, wem Charlie wo und wann vertrauen konnte - und wem nicht. Dadurch wollte ich immer weiterlesen, musste aber leider feststellen, dass ich nie ganz in die Geschichte gefunden habe. Vielleicht war es genau so gewollt. Dass die Magie des Hotels etwas Abstraktes und Vielschichtiges bleibt, das niemand, auch nicht wir Leser:innen, ganz zu fassen bekommen. Vielleicht wurden die großen Enthüllungen aber auch für Band 2 aufgespart.
Neben der Spannung, die gut aufgebaut war, mochte ich auch das Setting des Hotels sehr. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es in den einzelnen Räumen ausgesehen hat. Auch die Ausarbeitung der Charaktere fand ich gelungen! Die Protagonisten hatten ihre Ecken und Kanten und haben diese auch gezeigt - das fand ich sehr authentisch. Auch die Dynamik zwischen den Protagonisten und ihre sich anbahnende Zuneigung hat mir gut gefallen. Slow-Burn at it’s best! Charlie und die anderen Tänzerinnen haben zudem viele Unsicherheiten in sich vereint, die Frauen in der heutigen Zeit ebenso beschäftigen. In diesem Kontext gab es eine Stelle, die mich ganz besonders berührt hat. In der ich zugleich Verbundenheit und Wut empfunden habe. Verbundenheit den Frauen gegenüber und Wut darüber, wie viel in dieser Welt noch schiefläuft und wie wenig wir teilweise dagegen tun können - obwohl wir so viel dagegen tun wollen. Ich muss aber gestehen, dass ich es hier und da auch anstrengend fand, wie unvorsichtig Charlie durchs Leben geht. Ich wäre wohl überhaupt eher die Wanda in der Geschichte.
Ich habe die Geschichte bereits rau beschrieben. Damit meine ich einerseits die Ehrlichkeit und Authentizität, die die Figuren und das Setting kreieren. Damit meine ich aber auch, dass ebenso mit der Sprache und den Schilderungen von Gewalt und Sex umgegangen wird. Unvorsichtig und explizit, mir einfach stellenweise zu viel. Ja, es passt zu einem verruchten Hotel. Aber das bedeutet nicht, dass man es meiner Ansicht nach hätte weniger bildlich beschreiben können. Dennoch habe ich für mich beschlossen, vielleicht keine Bücher mehr mit dem Thema Boxen zu lesen. Da wird es einfach blutig, das hätte mir vorher klar sein müssen. Was ich weder positiv noch negativ anmerken, aber grundsätzlich erwähnen möchte, war der leichte Grusel-Charakter, der stellenweise durch die Magie aufgekommen ist. Das fand ich, genauso wie die Magie im Gesamten, echt interessant und eigenartig.
Insgesamt bin ich also wirklich hin- und hergerissen, was ich von der Geschichte und allem, das sie vereint, halten soll. Sie hat ihre absolut gelungenen und wichtigen Aspekte, aber auch ihre verwirrenden und unangenehmen Momente.
Fazit: Aufwühlend - positiv wie negativ. Man muss sich bewusst sein, dass hier nichts beschönigt wird und die Geschichte in einem etwas älteren Luxushotel spielt, das als verrucht gilt. Triggerwarnungen gibt es nicht grundlos. Dann kann man sich aber gerne von der eigenartigen Magie mitreißen lassen.