Erlösung oder Mord

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Der fünfte Band der Are-Reihe von Viveca Sten „Gnadenopfer“ ist der erste Roman, den ich von Viveca Sten gelesen habe. Er handelt von einem schwierigen und zugleich sehr interessanten Thema: In Åre sterben innerhalb weniger Monate mehrere ältere und pflegebedürftige Menschen, die alle vom gleichen Pflegedienst betreut wurden. Schnell entsteht der Verdacht, dass es sich nicht um natürliche Todesfälle handelt. Ein sogenannter „Gnadenengel“ scheint die alten Menschen unter dem Deckmantel der Erlösung zu töten.
Die Ausgangsidee hat mir sehr gut gefallen. Gerade die Frage, wann aus vermeintlicher Barmherzigkeit eine schreckliche Tat wird, bietet viel Stoff zum Nachdenken. Auch die Situation älterer Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, sowie die Belastung der Pflegekräfte werden eindringlich dargestellt. Das Thema wirkt dadurch nicht nur wie ein Aufhänger für den Kriminalfall, sondern bekommt auch eine gesellschaftliche Dimension.,
Die Handlung ist flüssig erzählt. Das winterliche Åre mit Kälte, Nebel und Dunkelheit bildet eine passende Kulisse für die düstere Geschichte. Besonders die kurzen Kapitel aus der Sicht des Täters sorgen immer wieder für Gänsehaut. Gleichzeitig nimmt die Autorin den Leser durch verschiedene falsche Spuren mit auf die Suche nach dem Täter.
Es war für mich der erste Krimi von Viveca Sten und hat mich nicht gleich mitgerissen. Alles etwas langatmig erzählt, vor allem das Privatleben von Hanna Ahlander und Daniel Lindskog nimmt sehr viel Raum ein. Dadurch geriet die eigentliche Krimihandlung immer wieder in den Hintergrund. Auch der Fall selbst konnte mich nicht vollständig überzeugen, da durch die Täterperspektive relativ früh eine bestimmte Richtung vorgegeben wird.
Erst gegen Ende der Geschichte wird es etwas spannender, aber bis dahin habe ich mich durchgequält.
Das Cover gefällt mir gut, denn es vermittelt die winterliche, nordische Natur.
Der Band „Gnadenopfer“ für mich ein solider Krimi mit einem interessanten und wichtigen Thema, den ich gern weiterempfehle.