Fesselnd und atmosphärisch

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timothy Avatar

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An Gnadenopfer gefällt mir besonders, dass Viveca Sten für ihren Kriminalfall ein Thema gewählt hat, das auch im wirklichen Leben eine wichtige Rolle spielt. Wenn ältere und pflegebedürftige Menschen unter rätselhaften Umständen sterben, stellt sich schnell die Frage, wie gut Menschen geschützt sind, die auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Das gibt der Geschichte eine ernste und nachdenkliche Seite. Es geht also nicht nur darum, einen Täter zu finden, sondern auch um das Umfeld, in dem die Todesfälle geschehen.

Interessant finde ich auch die Verbindung zwischen dem Kriminalfall und dem Privatleben der Ermittler. Hanna Ahlander muss nicht nur den Todesfällen nachgehen, sondern sich gleichzeitig mit den Schwierigkeiten in ihrer Zusammenarbeit mit Daniel auseinandersetzen. Gerade solche persönlichen Konflikte können eine Krimireihe abwechslungsreicher machen, weil die Figuren dadurch nicht ausschließlich auf ihre Ermittlungsarbeit reduziert werden.

Die winterliche Landschaft rund um Åre passt gut zur Geschichte. Das Cover greift diese Atmosphäre auf und wirkt durch die Verbindung aus Schnee und den auffälligen roten Elementen düster und passend zum Titel. Auch die Gestaltung fügt sich gut in die Reihe ein. Viveca Sten ist für ihre skandinavischen Krimis bekannt und kehrt mit dieser Reihe an einen Schauplatz zurück, den sie auch aus eigener Erfahrung kennt. Die deutsche Übersetzung stammt von Dagmar Lendt.

Insgesamt bietet Gnadenopfer eine interessante Mischung aus Kriminalfall, persönlichen Konflikten und einem gesellschaftlich relevanten Thema. Besonders Leserinnen und Leser, die skandinavische Krimis mögen und neben der eigentlichen Ermittlung auch die Hintergründe und Figuren schätzen, dürften an diesem Band Gefallen finden. Für Fans der Hanna-Ahlander-Reihe ist er sicherlich einen Blick wert.