Ich konnte meinem Bauchgefühl wieder nicht trauen!

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jackiistz Avatar

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Ich denke, dass der Name Viveca Sten vielen Krimi-Fans ein Begriff ist. Auch mir war er vor dem Lesen des Buches Gnadenopfer nicht unbekannt. Bis dato hatte ich allerdings noch kein einziges ihrer Bücher gelesen, war aber sehr gespannt auf diesen Schweden-Krimi. Seit Jahren wollte ich unbedingt in eines der Bücher abtauchen und bin froh mit Gnadenopfer einen wirklich spannenden Krimi gefunden zu haben, bei dem es sich wirklich lohnt mitzulesen.

Hanna ermittelt wieder! Und auch wenn der Fall erst nicht nach einem echten Kriminalfall aussieht, hat sie wieder den richtigen Riecher. Eine Reihe von Senioren sterben zu Hause in ihren Betten. Allem Anschein nach war es Altersschwäche, denn die betagten Leutchen sind alle schon sehr vielen Jahren auf dieser Welt und so ist es sehr naheliegend, dass sie einfach müde vom Leben waren und friedlich eingeschlafen sind. Hanna kommt ein Fall jedoch sehr merkwürdig vor, weshalb sie der Sache dann doch einmal mehr auf den Grund geht. Und auch wenn ihr Kollege Daniel, der sie nun jetzt schon seit einiger Zeit schneidet, nicht viel davon hält, hängt Hanna sich tiefer in den vermeintlichen Fall hinein und stößt tatsächlich auf mehr. Die Senioren wurden tatsächlich ermordet. Alle wurden sie kurz vor ihrem Lebensende von ein und demselben Pflegedienst betreut, dessen Leitung zufällig eine Bekannte von Hanna und ihren Kollegen ist. Hat der Pflegedienst tatsächlich etwas mit den Morden an den alten Menschen zu tun? Was steckt dahinter? Wie sieht das Motiv aus? Und können Hanna und Daniel weitere Morde verhindern? Denn der Mörder ist noch lange nicht am Ende angekommen... Er verfolgt sein ganz eigenes Ziel und hat einen bestimmten Grund. Für ihn ist die Ermordung eines Menschen keineswegs ein Mord im klassischen Sinne... Für ihn ist dies vielmehr eine Aufgabe, die er alleine nur erfüllen kann...

Wie oben schon eingeleitet, wollte ich schon seit vielen Jahren auch endlich mal ein Buch von Viveca Sten lesen. Alleine die Cover in dem kräftigen Rot mit bleichem Untergrund haben es mir bisher immer schon sehr angetan und passen, meiner Meinung nach, perfekt zu einem waschechten Schweden-Krimi. Nun lerne ich Hanna, Daniel und deren Kollegen zwar erst in Band 5 kennen (ohne die 4 vorherigen Bände überhaupt einmal gelesen zu haben), allerdings tut dies der Geschichte hier an sich keinen Abbruch. Man muss die vorangegangenen Bücher nicht gelesen haben um mit Gnadenopfer ein paar schöne Stunden verbringen zu können. Natürlich ist das von Vorteil, denn so bekommt man auch etwas über die Zwischenmenschlichen Beziehungen der einzelnen Charaktere mit und wird nicht einfach so "zwischen die Stühle" geworfen. Vor allem was Hannas und Daniels Beziehung angeht und warum diese zu Beginn des fünften Bandes so angespannt ist. Dies klärt sich jedoch recht schnell beim Lesen auf. Außerdem ist die Geschichte so geschrieben, dass der Fall an sich zwar abgeschlossen wurde, aber die Story rund um die Charaktere ein offenes Ende lässt. Dem nächsten Teil sollte also nichts im Wege stehen, wenn Viveca Sten diesen nicht sogar schon geplant hat oder gar schon daran schreibt. Das finde ich vor allem ganz besonders spannend. Wir bekommen hier nicht nur einen erstklassigen Fall geliefert, der mein Hirn immer wieder in die völlig falschen Richtungen gelenkt hat, sondern auch eine nette Backstory rund um die Mitwirkenden. So macht das Lesen eines Krimis noch mehr Spaß! Man muss sich hier nicht nach einem Band mit vielleicht ca. 500 Seiten von den Charakteren verabschieden. Sprachlich kann ich mich hier auch absolut nicht beschweren. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, da die Kapitel recht kurz gehalten sind und man sprachlich (bis auf ein paar schwedische Zungenbrecher) super flüssig durchkommt. Insgesamt ist das Buch sehr kurzweilig und animiert mit der Sprache dazu immer weiter lesen zu wollen. Das Ende und somit die Aufklärung des Falles, haben mich zufrieden zurückgelassen. Denn ich lag, wie bisher immer, falsch. Ich konnte den richtigen Mörder nicht enttarnen und wurde von der Autorin ganz schön auf's Glatteis geführt. Aber so macht ein Krimi natürlich richtig viel Spaß. Für schöne Lesestunden kann ich euch Gnadenopfer auf jeden Fall empfehlen.