Nicht ganz so spannend wie seine Vorgänger

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Eine Reihe rätselhafter Todesfälle hält die Region rund um Åre in Atem. Die Tochter eines vor Kurzem Verstorbenen meldet sich bei der Ermittlerin Hanna Ahlander. Sie bezweifelt stark, dass der Tod ihres Vaters auf natürliche Weise erfolgte. Trotz seines hohen Alters wirkte ihr Vater noch recht vital und gar nicht sterbenskrank. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckt Hanna Unstimmigkeiten und findet heraus, dass noch mehrere alte Menschen plötzlich verstarben. Rein äußerlich waren an den Opfern keine Anzeichen von Fremdeinwirkung zu erkennen. Aber in allen Fällen wurden die Verstorbenen von einem Pflegedienst betreut. Doch was könnte das Motiv für einen Mord sein?

„Gnadenopfer“ ist bereits der fünfte Band der Åre-Reihe mit Hanna Ahlander. Bisher konnte mich die Reihe absolut begeistern, doch dieses Mal hat es mir etwas an Spannung gefehlt. Der Einstieg in das Buch ist zunächst perfekt. Es geschieht der erste Mord und die Spannung baut sich schnell auf. Schon auf den ersten Seiten bringt Viveca Sten gleich mehrere Verdächtige ins Spiel und man beginnt mitzurätseln, wer der Täter sein könnte. Doch dann nehmen die privaten Probleme der Protagonisten immer mehr Raum ein. Hanna und ihr Kollege Daniel Lindskog reden seit einem heftigen Streit kaum mehr miteinander und so ermittelt zunächst jeder der beiden allein. Bis sich die zwei Ermittler wieder annähern vergeht eine Menge Zeit und das Verhalten von Daniel fand ich schon fast kindisch. Auch Polizist Anton hat seine Probleme. Die Hochzeit mit seinem geliebten Carl steht kurz bevor, doch seine Eltern sind alles andere als begeistert von der Heirat. Normalerweise mag ich es ja, wenn sich die Figuren über mehrere Bände hin entwickeln, doch dieses Mal war es mir doch etwas zu viel und der Fall an sich trat immer mehr in den Hintergrund.
Die Thematik mit Pflegedienst und deren Mitarbeitern hingegen fand ich sehr gut gewählt. Man kann gar nicht oft genug erwähnen, was diese Menschen unter Zeitdruck leisten müssen und wie wenig Anerkennung sie in der Gesellschaft finden. Ein brandheißes Thema, aber auch ein heikles. Irgendwann werden die meisten von uns auf Pflege angewiesen sein und müssen den Pflegenden blind vertrauen.

Als Leser ist man den Ermittlern immer einen kleinen Schritt voraus, denn zwischendurch gibt es immer wieder Einschübe aus der Täterperspektive. Hier wird nach und nach deutlich, was die Motivation des „Gnadenengels“ ist. Doch um wen es sich dabei handelt wird erst ganz am Ende offengelegt. Die Auflösung hat mir wiederum gut gefallen, sie kam für mich dann doch überraschend.
Insgesamt war es für mich der bisher schwächste Band der Reihe. Das Buch hat jedoch einen fiesen cliffhanger, sodass ich dem nächsten Band dann doch wieder entgegenfiebere.