Wichtiges Thema, zu wenig Spannung
Die ersten vier Bände dieser Reihe um die Polizistin Hanna Ahlander und ihren Kollegen Daniel Lindskog hatten mich restlos begeistert und bekamen verdiente 5 Sterne von mir. Leider kann der aktuelle 5. Band hieran nicht anknüpfen. Ich schwanke zwischen nur 3 und 4 Sternen. Es fehlte einfach an Spannung. Zudem benahmen sich die Protas teilweise reichlich kindisch.
Das Hintergrundthema dieses Kriminalromans, den man im Übrigen auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, ist ein sehr wichtiges. Es geht um alte Menschen, die einsam in ihren Wohnungen leben und aufgrund von körperlichen oder geistigen Gebrechen stark eingeschränkt sind. Weiter geht es um Pflegedienste, die sich um diese Menschen kümmern, wobei die Mitarbeitenden häufig überlastet sind und sich nur wenig Zeit für die Klienten nehmen können. Ein überaus anspruchsvoller und fordernder Beruf, der in unserer Gesellschaft viel zu wenig Anerkennung findet.
Nach einem packenden Einstieg, in dem wir direkt einen Mord miterleben, verpufft die Spannung leider sehr schnell. Über viele Seiten - gefühlt die erste Hälfte des Romans - hält sich der Kriminalfall im Hintergrund. Stattdessen beansprucht das Privatleben der Ermittler:innen einen viel zu großen Raum. Hanna ist nun schon seit zwei Jahren mit dem Milliardär Henry zusammen, kann sich aber nicht wirklich auf ihn einlassen. Anton steht kurz vor der Hochzeit mit Carl, aber das zerrüttete Verhältnis zu seinen Eltern macht ihm immer noch zu schaffen. Daniel versucht über Tinder sein Glück und lernt die nette Clara kennen, doch so richtig funken will es nicht. Dafür benimmt er sich in seiner Eifersucht Hanna gegenüber einfach nur schrecklich infantil. Das nervte mich am meisten.
Es dauert lange, bis man bei der Polizei begreift, dass die drei plötzlichen Todesfälle von alten Menschen nicht natürlich sind, sondern ein Serientäter sein Unwesen treibt. Durch Einschübe aus Tätersicht wird auch direkt zu Anfang klar, dass dieser seine Morde als Hilfe für die einsamen Menschen, als einen Akt der Gnade ansieht. Die Ermittlungen schleppen sich dann etwas unkoordiniert durch die Geschichte. Es werden einige Verdächtige aufgebaut, sodass man zwar miträtseln kann, wer nun der Schuldige ist. Im Nachhinein kann ich aber nicht sagen, dass man eine Chance hat, den Täter zu erkennen. Es hätte tatsächlich jeder sein können, und dass er gefasst wird, ist auch eher dem Zufall zu verdanken.
Auch wenn mich dieser Band nicht ganz überzeugen konnte, freue ich mich auf eine Fortsetzung der Reihe, die dann hoffentlich wieder an das Niveau der ersten Bände anknüpft und mehr auf das Verbrechen und weniger auf das Liebesleben der Protas eingeht.
Die Åre-Morde:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten
3. Blutbuße
4. Lügennebel
5. Gnadenopfer
Das Hintergrundthema dieses Kriminalromans, den man im Übrigen auch ohne Vorkenntnisse lesen kann, ist ein sehr wichtiges. Es geht um alte Menschen, die einsam in ihren Wohnungen leben und aufgrund von körperlichen oder geistigen Gebrechen stark eingeschränkt sind. Weiter geht es um Pflegedienste, die sich um diese Menschen kümmern, wobei die Mitarbeitenden häufig überlastet sind und sich nur wenig Zeit für die Klienten nehmen können. Ein überaus anspruchsvoller und fordernder Beruf, der in unserer Gesellschaft viel zu wenig Anerkennung findet.
Nach einem packenden Einstieg, in dem wir direkt einen Mord miterleben, verpufft die Spannung leider sehr schnell. Über viele Seiten - gefühlt die erste Hälfte des Romans - hält sich der Kriminalfall im Hintergrund. Stattdessen beansprucht das Privatleben der Ermittler:innen einen viel zu großen Raum. Hanna ist nun schon seit zwei Jahren mit dem Milliardär Henry zusammen, kann sich aber nicht wirklich auf ihn einlassen. Anton steht kurz vor der Hochzeit mit Carl, aber das zerrüttete Verhältnis zu seinen Eltern macht ihm immer noch zu schaffen. Daniel versucht über Tinder sein Glück und lernt die nette Clara kennen, doch so richtig funken will es nicht. Dafür benimmt er sich in seiner Eifersucht Hanna gegenüber einfach nur schrecklich infantil. Das nervte mich am meisten.
Es dauert lange, bis man bei der Polizei begreift, dass die drei plötzlichen Todesfälle von alten Menschen nicht natürlich sind, sondern ein Serientäter sein Unwesen treibt. Durch Einschübe aus Tätersicht wird auch direkt zu Anfang klar, dass dieser seine Morde als Hilfe für die einsamen Menschen, als einen Akt der Gnade ansieht. Die Ermittlungen schleppen sich dann etwas unkoordiniert durch die Geschichte. Es werden einige Verdächtige aufgebaut, sodass man zwar miträtseln kann, wer nun der Schuldige ist. Im Nachhinein kann ich aber nicht sagen, dass man eine Chance hat, den Täter zu erkennen. Es hätte tatsächlich jeder sein können, und dass er gefasst wird, ist auch eher dem Zufall zu verdanken.
Auch wenn mich dieser Band nicht ganz überzeugen konnte, freue ich mich auf eine Fortsetzung der Reihe, die dann hoffentlich wieder an das Niveau der ersten Bände anknüpft und mehr auf das Verbrechen und weniger auf das Liebesleben der Protas eingeht.
Die Åre-Morde:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten
3. Blutbuße
4. Lügennebel
5. Gnadenopfer