Das Good Girl darf gehen – und das ist gut so.
Silvi Carlsson ist vielen durch ihre sozialen Medien ein Begriff: Auf YouTube und Instagram erreicht sie hunderttausende Follower*innen und klärt in ihrer zugänglichen, provokativ-charmanten Art unter anderem über toxische Beziehungsmuster und gesellschaftliche Dynamiken auf.
„Good Girl Exit – Vom Ende der weiblichen Verfügbarkeit“ ist mein erster Berührungspunkt mit der Autorin.
Beim Cover musste ich zweimal hinsehen: Ein brennend rosa Strauß Rosen, der in eine Zeitschrift mit dem Titel „Unprecedented Times“ gewickelt wurde. Dazu große, prägnante Lettern – einfach ein lauter Eyecatcher. Was gut so ist, denn bereits die Leseprobe hat mich überzeugt. Schon auf den ersten Seiten spricht Carlsson ein wichtiges Thema an, nämlich emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Und das trifft.
Beim Lesen hätte ich fast (Achtung, Wortwitz!) ein Schleudertrauma vom ständigen Nicken bekommen. Die Ahs und Ohs sind nur so hervorgesprudelt.
Denn die Autorin trifft einen Nerv.
Oft merken wir gar nicht, dass wir versuchen, durch angepasstes und vor allem stetig erlerntes Verhalten unsere Umwelt glücklich zu machen, um ja nicht als anstrengend oder zickig zu gelten. Das Good Girl entschuldigt sich ständig, sagt, es sei „okay“, obwohl es das nicht ist. Und es fällt ihr leichter, für andere da zu sein, als eigene Grenzen zu wahren. Denn die Angst, zu viel zu sein oder nicht gemocht zu werden, ist viel größer.
Und dabei spielt es wirklich keine Rolle, für wen wir das tun – sei es die Eltern, der oder die Partner oder Partnerin oder auf beruflicher Ebene. Immer wieder kann man in die Rolle des Good Girl rutschen.
Carlsson erläutert vieles anhand eigener Erfahrungen und nimmt damit einen Teil der Scham. Ihr leichter, zugänglicher Schreibstil macht schwere Themenkomplexe gut aufnehmbar. Mit Querverweisen zu feministischer Literatur, Essays und Abhandlungen entsteht ein runder, nicht schwergängiger Ratgeber. Die Sprache ist klar, direkt und dabei stets einfühlsam.
Im ersten Teil erklärt sie unter anderem die Grundzüge wie Scham, Schuld, Male Gaze, aber auch emotionale und körperliche Verfügbarkeit. Im zweiten Teil zeigt sie Wege, wie man sich aus der weiblichen Verfügbarkeit lösen kann, ohne sich selbst zu verlieren.
Man muss nicht allen Punkten zustimmen. Ich empfand die Lektüre vor allem als Anstoß, meine eigenen Handlungen zu reflektieren.
Zersprengt eure Ketten, verlasst euer eigens erschaffenes Gefängnis und werdet das Good Girl in euch los, das brave, hyperangepasste Mädchen, das allen gerecht werden will, nur sich selbst nicht.
Meine Bewertung: (5 von 5 Sternen)
Ich denke, dieses Buch könnte besonders für Leser*innen ein Gewinn sein, die ihre reflexhaften, antrainierten Handlungen hinterfragen möchten. Durchbrecht eure Muster und seid gut zu euch selbst.
„Good Girl Exit – Vom Ende der weiblichen Verfügbarkeit“ ist mein erster Berührungspunkt mit der Autorin.
Beim Cover musste ich zweimal hinsehen: Ein brennend rosa Strauß Rosen, der in eine Zeitschrift mit dem Titel „Unprecedented Times“ gewickelt wurde. Dazu große, prägnante Lettern – einfach ein lauter Eyecatcher. Was gut so ist, denn bereits die Leseprobe hat mich überzeugt. Schon auf den ersten Seiten spricht Carlsson ein wichtiges Thema an, nämlich emotionale Verfügbarkeit und weibliche Sozialisation. Und das trifft.
Beim Lesen hätte ich fast (Achtung, Wortwitz!) ein Schleudertrauma vom ständigen Nicken bekommen. Die Ahs und Ohs sind nur so hervorgesprudelt.
Denn die Autorin trifft einen Nerv.
Oft merken wir gar nicht, dass wir versuchen, durch angepasstes und vor allem stetig erlerntes Verhalten unsere Umwelt glücklich zu machen, um ja nicht als anstrengend oder zickig zu gelten. Das Good Girl entschuldigt sich ständig, sagt, es sei „okay“, obwohl es das nicht ist. Und es fällt ihr leichter, für andere da zu sein, als eigene Grenzen zu wahren. Denn die Angst, zu viel zu sein oder nicht gemocht zu werden, ist viel größer.
Und dabei spielt es wirklich keine Rolle, für wen wir das tun – sei es die Eltern, der oder die Partner oder Partnerin oder auf beruflicher Ebene. Immer wieder kann man in die Rolle des Good Girl rutschen.
Carlsson erläutert vieles anhand eigener Erfahrungen und nimmt damit einen Teil der Scham. Ihr leichter, zugänglicher Schreibstil macht schwere Themenkomplexe gut aufnehmbar. Mit Querverweisen zu feministischer Literatur, Essays und Abhandlungen entsteht ein runder, nicht schwergängiger Ratgeber. Die Sprache ist klar, direkt und dabei stets einfühlsam.
Im ersten Teil erklärt sie unter anderem die Grundzüge wie Scham, Schuld, Male Gaze, aber auch emotionale und körperliche Verfügbarkeit. Im zweiten Teil zeigt sie Wege, wie man sich aus der weiblichen Verfügbarkeit lösen kann, ohne sich selbst zu verlieren.
Man muss nicht allen Punkten zustimmen. Ich empfand die Lektüre vor allem als Anstoß, meine eigenen Handlungen zu reflektieren.
Zersprengt eure Ketten, verlasst euer eigens erschaffenes Gefängnis und werdet das Good Girl in euch los, das brave, hyperangepasste Mädchen, das allen gerecht werden will, nur sich selbst nicht.
Meine Bewertung: (5 von 5 Sternen)
Ich denke, dieses Buch könnte besonders für Leser*innen ein Gewinn sein, die ihre reflexhaften, antrainierten Handlungen hinterfragen möchten. Durchbrecht eure Muster und seid gut zu euch selbst.