Ich fühle mich gesehen..

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elfriede1984 Avatar

Von

..in meiner Wahrnehmung von Frauen in der Gesellschaft.

Silvi Carlssons Debüt "Good Girl Exit" greift das hochaktuelles Thema der psychologischen und gesellschaftlichen Strukturen auf, die Frauen und weiblich gelesene Personen in die Erwartung der ständigen Verfügbarkeit drängen. Das Buch verknüpft persönliche Erfahrungen der Autorin mit psychologischem Fachwissen und soziologischen Beobachtungen.

Mir hat vor allem der flüssige und moderne Schreibstil gefallen, sodass ich es zügig durchlesen konnte. Die Autorin hat es geschafft, komplexe Themen wie die "Fawn"-Stressreaktion, den "Male Gaze" oder emotionale Verfügbarkeit verständlich in ihrem Buch zu beschreiben. Für Einsteigerinnen in feministische und gesellschaftskritische Debatten bietet das Buch somit eine
hervorragende und niederschwellige Orientierungshilfe.
Ich, die ich mich schon seit vielen Jahren mit feministischen Themen beschäftige, konnte jedoch nicht so viel Neues aus dem Buch mitnehmen.
Eine Frage, die sich mir daher aufdrängt, ist die der Zielgruppendefinition. Personen, die sich bereits intensiv mit dem Themenkomplex auseinandergesetzt haben, vermissen vielleicht den nötigen Tiefgang. Themen werden häufig nur angerissen, bevor das Buch zum
nächsten Kapitel übergeht. Hier wäre ein Fokus auf weniger Schwerpunkte zugunsten einer detaillierteren Analyse interessanter gewesen.

Fazit

"Good Girl Exit" ist ein interessantes Buch, das durch seine persönliche Note besticht, aber eher als Einstiegswerk zu verstehen ist. Während es Neulinge an die Hand nimmt, bietet es für Fortgeschrittene eher Validierung, als neue Denkanstöße.