Wichtige feministische Themen mit einigen Wiederholungen
Inhalt:
Beziehungen pflegen, (unbezahlte) Carearbeit leisten und dabei nie zu viel Raum einnehmen, zu laut oder zu anstrengend sein. All das erwartet die Gesellschaft von Frauen – und das „Good Girl“ in uns sorgt dafür, dass wir genau das tun. Dass wir immer nett, angepasst und jederzeit verfügbar sind.
In ihrem ersten Buch klärt Silvi Carlsson darüber auf, woher diese Muster kommen. Sie beschreibt all die Stellen, an denen das Patriarchat mit seinen starren Rollenbildern ganze Arbeit geleistet hat. Und sie zeigt, wie der Ausweg aus der ständigen Verfügbarkeit gelingen kann und was geschieht, sobald wir uns entziehen.
Meine Meinung:
Silvi Carlsson, die sich auf ihrem Account @silvicarlsson für feministische und gesellschaftskritische Themen einsetzt, hat mit „Good Girl Exit“ ein Buch herausgebracht, dass sich in erster Linie mit der weiblichen Sozialisation befasst. Sie schreibt, wie Generationen vor uns und auch wir gelernt haben, Verantwortung für die Gefühle anderer zu übernehmen, uns ruhig zu verhalten, bloß nicht zu fordernd aufzutreten und Konflikte zu vermeiden. Doch warum machen wir das mit? Die Autorin erklärt plausibel, dass Verstöße gegen diese geltenden Normen (toxische) Scham, Ablehnung, Ausgrenzung und andere Arten der Sanktionierung zur Folge haben, was wiederum dazu führt, dass Frauen Selbstoptimierung anstreben. Was augenscheinlich Sicherheit bietet, sorgt in Wirklichkeit jedoch dafür, dass man sich selbst immer weiter aufgibt. Im zweiten Teil widmet sie sich daher den Möglichkeiten (und der Notwendigkeit!), die ständige weibliche Verfügbarkeit zu beenden.
In vielen Kapiteln berichtet Silvi Carlsson von Erlebnissen aus ihrer Kindheit oder Jugend, die die Inhalte greifbar machen. Die meisten Frauen, mich eingeschlossen, dürften an diesen Stellen ähnliche Situationen aus der eigenen Biografie vor Augen haben. Diese sehr persönlichen Abschnitte im Buch wechseln sich mit fachlichen Einordnungen ab. Manche Begrifflichkeiten hierbei waren mir vor dem Lesen noch nicht bekannt, das, was sie beschreiben, allerdings schon. Ihre Ausführungen untermauert Silvi Carlsson, die als Psychologiestudentin dieses Hintergrundwissen liefern kann, mit Quellenangaben. Damit unterstreicht sie den Anspruch, die dargestellten Zusammenhänge fundiert zu vermitteln und gibt dem Buch in meinen Augen einen wissenschaftlichen Rahmen. Da die Autorin zahlreiche Themenbereiche behandelt, kommt es stellenweise zu inhaltlichen Überschneidungen. Für eine prägnantere Argumentation hätte ich mir in einigen Abschnitten eine straffere Darstellung mit weniger Wiederholungen gewünscht.
Trotz kleinerer Längen regt das Buch dazu an, eigene Verhaltensmuster zu hinterfragen. Insbesondere Frauen, die lernen möchten, sich von gesellschaftlich geprägten (toxischen) Schamgefühlen zu lösen, Grenzen zu setzen und die eigenen Bedürfnisse ernster zu nehmen, finden darin zahlreiche Denkanstöße.
Beziehungen pflegen, (unbezahlte) Carearbeit leisten und dabei nie zu viel Raum einnehmen, zu laut oder zu anstrengend sein. All das erwartet die Gesellschaft von Frauen – und das „Good Girl“ in uns sorgt dafür, dass wir genau das tun. Dass wir immer nett, angepasst und jederzeit verfügbar sind.
In ihrem ersten Buch klärt Silvi Carlsson darüber auf, woher diese Muster kommen. Sie beschreibt all die Stellen, an denen das Patriarchat mit seinen starren Rollenbildern ganze Arbeit geleistet hat. Und sie zeigt, wie der Ausweg aus der ständigen Verfügbarkeit gelingen kann und was geschieht, sobald wir uns entziehen.
Meine Meinung:
Silvi Carlsson, die sich auf ihrem Account @silvicarlsson für feministische und gesellschaftskritische Themen einsetzt, hat mit „Good Girl Exit“ ein Buch herausgebracht, dass sich in erster Linie mit der weiblichen Sozialisation befasst. Sie schreibt, wie Generationen vor uns und auch wir gelernt haben, Verantwortung für die Gefühle anderer zu übernehmen, uns ruhig zu verhalten, bloß nicht zu fordernd aufzutreten und Konflikte zu vermeiden. Doch warum machen wir das mit? Die Autorin erklärt plausibel, dass Verstöße gegen diese geltenden Normen (toxische) Scham, Ablehnung, Ausgrenzung und andere Arten der Sanktionierung zur Folge haben, was wiederum dazu führt, dass Frauen Selbstoptimierung anstreben. Was augenscheinlich Sicherheit bietet, sorgt in Wirklichkeit jedoch dafür, dass man sich selbst immer weiter aufgibt. Im zweiten Teil widmet sie sich daher den Möglichkeiten (und der Notwendigkeit!), die ständige weibliche Verfügbarkeit zu beenden.
In vielen Kapiteln berichtet Silvi Carlsson von Erlebnissen aus ihrer Kindheit oder Jugend, die die Inhalte greifbar machen. Die meisten Frauen, mich eingeschlossen, dürften an diesen Stellen ähnliche Situationen aus der eigenen Biografie vor Augen haben. Diese sehr persönlichen Abschnitte im Buch wechseln sich mit fachlichen Einordnungen ab. Manche Begrifflichkeiten hierbei waren mir vor dem Lesen noch nicht bekannt, das, was sie beschreiben, allerdings schon. Ihre Ausführungen untermauert Silvi Carlsson, die als Psychologiestudentin dieses Hintergrundwissen liefern kann, mit Quellenangaben. Damit unterstreicht sie den Anspruch, die dargestellten Zusammenhänge fundiert zu vermitteln und gibt dem Buch in meinen Augen einen wissenschaftlichen Rahmen. Da die Autorin zahlreiche Themenbereiche behandelt, kommt es stellenweise zu inhaltlichen Überschneidungen. Für eine prägnantere Argumentation hätte ich mir in einigen Abschnitten eine straffere Darstellung mit weniger Wiederholungen gewünscht.
Trotz kleinerer Längen regt das Buch dazu an, eigene Verhaltensmuster zu hinterfragen. Insbesondere Frauen, die lernen möchten, sich von gesellschaftlich geprägten (toxischen) Schamgefühlen zu lösen, Grenzen zu setzen und die eigenen Bedürfnisse ernster zu nehmen, finden darin zahlreiche Denkanstöße.