"Wir sollen verfügbar sein, weil das notwendig ist, um das gesellschaftliche System aufrechtzuerhalten."
Seit Jahren schaue ich schon begeistert Silvi Carlssons Youtube Videos und folge ihrem Content online - von ihren Essays über sozialkritischen Themen hin zu psychologischen Betrachtungen von Reality TV und mehr. In ihrem ersten Buch schreibt sie nun über weibliche Verfügbarkeit, wie diese Prägungen sich auf unser Leben und Alltag auswirken, woher diese kommen und was passieren könnte, wenn wir uns ihr vollkommen entziehen. "Weibliche Sozialisation bedeutet vor allem, dass wir beigebracht bekommen, das Außen nach potenziellen Gefahren zu scannen und uns mit Verhaltensweisen zu schützen. Lange bevor wir lernen dürfen, wir selbst zu sein." Klug und eingängig erklärt schreibt sie von Schuld und Scham in weiblicher Sozialisierung, dem Male Gaze, wie Patriarchat und Kapitalismus Hand in Hand gehen und von den Errungenschaften weiblicher Kollektive in Israel und Liberia; bringt die Begriffe des Fawnen und 4B Movements näher, erzählt von der Wichtigkeit der Freundinnenschaften und warum Decentering Men zu neuen Grundpfeilern in unserem Denken werden müssen. Für mich ein sehr gutes und wichtiges neues Standartwerk der Gender Studies.