Mutterlosigkeit, Freundschaft, Rassismus - spannende Themen aus denen eine langweilige Geschichte gestrickt wurde
Vernice und Annie wachsen in den 1960er-Jahren in der Kleinstadt Honeysuckle in Louisiana auf und sind seit Kindertagen beste Freundinnen. Beide sind mutterlos - Annie wurde von ihrer Mutter als Baby verlassen und von ihrer Großmutter großgezogen, während Vernices Mutter von ihrem eigenen Ehemann und Vernices Vater erschossen wurde. Sie leiden unter dem Verlust ihrer Mütter, wobei Annie die Hoffnung auf ein Wiedersehen nicht aufgibt. Mit 18 Jahren verlässt sie deshalb Honeysuckle, um ihre Mutter, die sich in Memphis aufhalten soll, zu suchen. Vernice, geprägt von der Erziehung ihrer resoluten Tante, geht nach Atlanta, um am Spelman College zu studieren.
Ihre Wege trennen sich, aber mittels Briefe bleiben die Freundinnen verbunden.
Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven von Annie und Vernice geschildert, deren Lebenswege sich nach der Schulzeit nicht nur räumlich trennen. Beide Erzählstränge lesen sich deshalb wie eigenständige Geschichten, denn bis auf wenige Briefe gibt es nur vereinzelte gemeinsame Szenen. Der Aspekt der Freundschaft rückt damit lange in den Hintergrund, während sie neue Bekanntschaften schließen und ihren Alltag leben.
Derweil Vernice passiv agiert und der Verlauf ihrer Geschichte weitgehend ereignislos ist, dreht sich Annies Leben wie besessen darum, ihre Mutter zu finden, die sie verlassen hat. In Bezug auf beide Teilgeschichten ist es nicht einfach, die Verhaltensweisen der naiven Kleinstadtmädchen nachzuvollziehen. Annies Suche nach ihrer Mutter ist verzweifelt und gerade deshalb ist das Ende mit ihrer Reaktion völlig absurd. Vernice studiert, nur um sich dann in die Sicherheit einer Ehe zu flüchten und ihre Gefühle zu verraten. Eine Entwicklung der Charaktere ist nicht ersichtlich und überdies wirkt der Roman episodenartig, lückenhaft und die einzelnen Kapitel zu lose zusammengestückelt.
Obschon die Segregation Teil der Geschichte ist und mehr oder weniger stark in einzelnen Details in Erscheinung tritt, fehlt dem Roman darüber hinaus eine zeitgenössische Atmosphäre. Er handelt über so viele Jahre, während Vernice und Annie älter werden, aber ein Gefühl für die Zeit wird damit nicht vermittelt.
Der Roman hat einen vielversprechenden Beginn, aber das Erzähltempo ist im weiteren Verlauf langsam und die Geschichte ermüdend retardierend. Leider sind auch die beiden Hauptfiguren nicht so vielschichtig und interessant, dass sie der Geschichte mehr Spannung oder Emotionen hätten verleihen können. Die erwarteten Themen Mutterlosigkeit, Freundschaft und Rassismus bleiben nur an der Oberfläche und letztlich ist völlig unverständlich, warum Vernice und Annie genau die Wege gehen, die sich ihre Ersatzmütter nie für sie gewünscht hätten.
Ihre Wege trennen sich, aber mittels Briefe bleiben die Freundinnen verbunden.
Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven von Annie und Vernice geschildert, deren Lebenswege sich nach der Schulzeit nicht nur räumlich trennen. Beide Erzählstränge lesen sich deshalb wie eigenständige Geschichten, denn bis auf wenige Briefe gibt es nur vereinzelte gemeinsame Szenen. Der Aspekt der Freundschaft rückt damit lange in den Hintergrund, während sie neue Bekanntschaften schließen und ihren Alltag leben.
Derweil Vernice passiv agiert und der Verlauf ihrer Geschichte weitgehend ereignislos ist, dreht sich Annies Leben wie besessen darum, ihre Mutter zu finden, die sie verlassen hat. In Bezug auf beide Teilgeschichten ist es nicht einfach, die Verhaltensweisen der naiven Kleinstadtmädchen nachzuvollziehen. Annies Suche nach ihrer Mutter ist verzweifelt und gerade deshalb ist das Ende mit ihrer Reaktion völlig absurd. Vernice studiert, nur um sich dann in die Sicherheit einer Ehe zu flüchten und ihre Gefühle zu verraten. Eine Entwicklung der Charaktere ist nicht ersichtlich und überdies wirkt der Roman episodenartig, lückenhaft und die einzelnen Kapitel zu lose zusammengestückelt.
Obschon die Segregation Teil der Geschichte ist und mehr oder weniger stark in einzelnen Details in Erscheinung tritt, fehlt dem Roman darüber hinaus eine zeitgenössische Atmosphäre. Er handelt über so viele Jahre, während Vernice und Annie älter werden, aber ein Gefühl für die Zeit wird damit nicht vermittelt.
Der Roman hat einen vielversprechenden Beginn, aber das Erzähltempo ist im weiteren Verlauf langsam und die Geschichte ermüdend retardierend. Leider sind auch die beiden Hauptfiguren nicht so vielschichtig und interessant, dass sie der Geschichte mehr Spannung oder Emotionen hätten verleihen können. Die erwarteten Themen Mutterlosigkeit, Freundschaft und Rassismus bleiben nur an der Oberfläche und letztlich ist völlig unverständlich, warum Vernice und Annie genau die Wege gehen, die sich ihre Ersatzmütter nie für sie gewünscht hätten.