Wie weit fällt der Apfel vom Stamm?

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Zwei Mädchen, zwei Lebenswege und doch eine Verbindung, die ein Leben lang hält: Annie und Vernice wachsen beide ohne ihre Mütter in Honeysuckle auf. Während Annie sich schließlich auf die Suche nach ihrer Mutter nach Memphis begibt, geht Vernice aufs College und studiert. Ihre Leben könnten kaum unterschiedlicher verlaufen – und trotzdem bleiben sie über all die Jahre miteinander in Kontakt.

Honeysuckle lassen beide hinter sich, doch die Vergangenheit lässt sich nicht so einfach abschütteln. Immer wieder stellt sich die Frage, ob Annie und Vernice die Fehler und Entscheidungen ihrer Mütter hinter sich lassen können oder ob sie Gefahr laufen, deren Leben zu wiederholen. Gerade ihre Freundschaft hat mir dabei besonders gefallen. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensstile und Erfahrungen bleiben sie füreinander da und werden im Laufe der Jahre zu einer Art selbst gewählter Familie.

Tayari Jones erzählt die Geschichte einfühlsam und sprachlich sehr schön. Gleichzeitig greift sie wichtige Themen auf, insbesondere die Rassentrennung und die gesellschaftlichen Verhältnisse in den Südstaaten der USA. Dadurch bekommt die persönliche Geschichte der beiden Frauen auch eine größere gesellschaftliche Dimension.

An manchen Stellen hat sich die Handlung für mich allerdings etwas in die Länge gezogen. Außerdem hätte ich mir gewünscht, mehr über Hattie Lees Beweggründe und die Entscheidungen, die sie getroffen hat, zu erfahren. Gerade hier blieben für mich einige Fragen offen.

Insgesamt eine gut geschriebene Geschichte über Freundschaft, Familie, Herkunft und die Frage, inwieweit wir uns von der Vergangenheit unserer Eltern lösen können.