Das magische Florenz lädt ein
Manchmal verliebt man sich schon in ein Buch, bevor man überhaupt die erste Seite aufgeschlagen hat – und bei Graceless Heart ist das definitiv der Fall! Das Cover ist unglaublich schön gestaltet: Die goldenen, metallisch schimmernden Elemente verleihen dem Buch eine edle, beinahe magische Ausstrahlung und machen es zu einem echten Schmuckstück im Regal. Doch kann die Geschichte mit dieser traumhaften Aufmachung mithalten?
Isabel Ibañez entführt uns ins Florenz des Jahres 1478. Die Bildhauerin Ravenna besitzt magische Fähigkeiten, die sie unbedingt verbergen möchte. Als ihr Bruder in Gefahr gerät, bleibt ihr allerdings keine andere Wahl, als ihre Kräfte einzusetzen. Damit gerät sie in die Gewalt der einflussreichen Familie Luni und muss sich einer Aufgabe stellen, bei der weit mehr auf dem Spiel steht als ihre eigene Freiheit. Ausgerechnet Saturnino, der Erbe der Familie, macht die ohnehin schwierige Situation noch komplizierter.
Ravenna war für mich das größte Plus dieses Romans. Ihre Lebensumstände geben ihr allen Grund, sich zurückzuziehen oder den Erwartungen anderer zu beugen. Stattdessen versucht sie, sich ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Sie lässt sich nicht einfach vorschreiben, was sie zu denken oder zu fühlen hat, und verliert ihre Ziele auch dann nicht aus den Augen, wenn die Machtverhältnisse eindeutig gegen sie sprechen. Dass sie dabei nicht jede Situation souverän meistert, macht sie für mich umso greifbarer. Ich habe gerne verfolgt, wie sie ihren eigenen Weg sucht, anstatt sich auf die Rolle beschränken zu lassen, die andere für sie vorgesehen haben.
Auch die Verbindung aus Renaissance und Fantasy fand ich reizvoll. Die Kunst des Bildhauens ist nicht bloß ein dekoratives Detail, sondern eng mit Ravennas Fähigkeiten und ihrer Aufgabe verknüpft. Das verleiht der Geschichte eine interessante Grundlage. Isabel Ibañez hat bereits mit der Dilogie Geheimnisse des Nil – bestehend aus What the River Knows und Where the Library Hides – gezeigt, dass sie gerne fantastische Geschichten mit historischen Bezügen und Figuren verbindet, die sich in gefährlichen Machtkonstellationen behaupten müssen. Graceless Heart greift diese Vorlieben auf und richtet den Blick diesmal auf das Italien der Renaissance.
Allerdings hatte ich gerade zu Beginn das Gefühl, dass der Roman sein Potenzial noch nicht richtig ausschöpft. Die Geschichte braucht eine Weile, um in Gang zu kommen. Zwar gibt es genug Geheimnisse und Konflikte, die neugierig machen, doch nicht jeder Abschnitt trägt gleichermaßen dazu bei, die Handlung voranzubringen. Ich hätte mir an einigen Stellen mehr Bewegung gewünscht, statt so lange auf die nächste entscheidende Entwicklung warten zu müssen.
Noch schwieriger war für mich die Liebesgeschichte. Grundsätzlich mag ich es, wenn sich zwei Figuren erst überwinden müssen, bevor aus Gegnerschaft Zuneigung wird. Bei Saturnino war meine Geduld jedoch irgendwann erschöpft. Sein Bad-Boy-Gehabe wirkt anfangs noch geheimnisvoll, verliert aber an Reiz, wenn er Ravenna wiederholt auf Abstand hält, obwohl seine Gefühle längst erkennbar sind. Sobald man denkt, dass sich zwischen den beiden etwas verändert hat, fällt er erneut in seine feindselige Haltung zurück.
Zum Glück hat mich das Ende wieder stärker abgeholt. Wenn die verschiedenen Konflikte an Schärfe gewinnen und die Ereignisse auf ihre entscheidenden Momente zulaufen, entsteht endlich die Sogwirkung, die ich mir schon früher gewünscht hätte. Das Finale hat mich deutlich mehr mitgerissen als einige der ruhigeren Passagen davor und war für mich ein überzeugender Abschluss der Lektüre.
Mein Fazit: Graceless Heart ist für mich ein Buch mit klaren Stärken, aber auch mit spürbaren Längen. Ravenna hat mich durch ihre Eigenständigkeit überzeugt, die aufwendig gestaltete Ausgabe ist wunderschön, und das Finale macht einiges wieder wett. Die schleppende Entwicklung der Handlung und Saturninos wiederkehrende Rückfälle in sein abweisendes Verhalten haben mir dagegen Lesegeduld abverlangt. Unterm Strich überwiegen für mich die positiven Eindrücke, auch wenn ich mir bei der Romanze weniger Wiederholungen und mehr echte Entwicklung gewünscht hätte. Wer sich für historische Fantasy mit Magie, Machtkämpfen und einer komplizierten Liebesgeschichte interessiert, könnte mit diesem Roman schöne Lesestunden verbringen – für alle, die gerne literarisch in den Gassen von Florenz wandeln, sowieso ein Muss.
Isabel Ibañez entführt uns ins Florenz des Jahres 1478. Die Bildhauerin Ravenna besitzt magische Fähigkeiten, die sie unbedingt verbergen möchte. Als ihr Bruder in Gefahr gerät, bleibt ihr allerdings keine andere Wahl, als ihre Kräfte einzusetzen. Damit gerät sie in die Gewalt der einflussreichen Familie Luni und muss sich einer Aufgabe stellen, bei der weit mehr auf dem Spiel steht als ihre eigene Freiheit. Ausgerechnet Saturnino, der Erbe der Familie, macht die ohnehin schwierige Situation noch komplizierter.
Ravenna war für mich das größte Plus dieses Romans. Ihre Lebensumstände geben ihr allen Grund, sich zurückzuziehen oder den Erwartungen anderer zu beugen. Stattdessen versucht sie, sich ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Sie lässt sich nicht einfach vorschreiben, was sie zu denken oder zu fühlen hat, und verliert ihre Ziele auch dann nicht aus den Augen, wenn die Machtverhältnisse eindeutig gegen sie sprechen. Dass sie dabei nicht jede Situation souverän meistert, macht sie für mich umso greifbarer. Ich habe gerne verfolgt, wie sie ihren eigenen Weg sucht, anstatt sich auf die Rolle beschränken zu lassen, die andere für sie vorgesehen haben.
Auch die Verbindung aus Renaissance und Fantasy fand ich reizvoll. Die Kunst des Bildhauens ist nicht bloß ein dekoratives Detail, sondern eng mit Ravennas Fähigkeiten und ihrer Aufgabe verknüpft. Das verleiht der Geschichte eine interessante Grundlage. Isabel Ibañez hat bereits mit der Dilogie Geheimnisse des Nil – bestehend aus What the River Knows und Where the Library Hides – gezeigt, dass sie gerne fantastische Geschichten mit historischen Bezügen und Figuren verbindet, die sich in gefährlichen Machtkonstellationen behaupten müssen. Graceless Heart greift diese Vorlieben auf und richtet den Blick diesmal auf das Italien der Renaissance.
Allerdings hatte ich gerade zu Beginn das Gefühl, dass der Roman sein Potenzial noch nicht richtig ausschöpft. Die Geschichte braucht eine Weile, um in Gang zu kommen. Zwar gibt es genug Geheimnisse und Konflikte, die neugierig machen, doch nicht jeder Abschnitt trägt gleichermaßen dazu bei, die Handlung voranzubringen. Ich hätte mir an einigen Stellen mehr Bewegung gewünscht, statt so lange auf die nächste entscheidende Entwicklung warten zu müssen.
Noch schwieriger war für mich die Liebesgeschichte. Grundsätzlich mag ich es, wenn sich zwei Figuren erst überwinden müssen, bevor aus Gegnerschaft Zuneigung wird. Bei Saturnino war meine Geduld jedoch irgendwann erschöpft. Sein Bad-Boy-Gehabe wirkt anfangs noch geheimnisvoll, verliert aber an Reiz, wenn er Ravenna wiederholt auf Abstand hält, obwohl seine Gefühle längst erkennbar sind. Sobald man denkt, dass sich zwischen den beiden etwas verändert hat, fällt er erneut in seine feindselige Haltung zurück.
Zum Glück hat mich das Ende wieder stärker abgeholt. Wenn die verschiedenen Konflikte an Schärfe gewinnen und die Ereignisse auf ihre entscheidenden Momente zulaufen, entsteht endlich die Sogwirkung, die ich mir schon früher gewünscht hätte. Das Finale hat mich deutlich mehr mitgerissen als einige der ruhigeren Passagen davor und war für mich ein überzeugender Abschluss der Lektüre.
Mein Fazit: Graceless Heart ist für mich ein Buch mit klaren Stärken, aber auch mit spürbaren Längen. Ravenna hat mich durch ihre Eigenständigkeit überzeugt, die aufwendig gestaltete Ausgabe ist wunderschön, und das Finale macht einiges wieder wett. Die schleppende Entwicklung der Handlung und Saturninos wiederkehrende Rückfälle in sein abweisendes Verhalten haben mir dagegen Lesegeduld abverlangt. Unterm Strich überwiegen für mich die positiven Eindrücke, auch wenn ich mir bei der Romanze weniger Wiederholungen und mehr echte Entwicklung gewünscht hätte. Wer sich für historische Fantasy mit Magie, Machtkämpfen und einer komplizierten Liebesgeschichte interessiert, könnte mit diesem Roman schöne Lesestunden verbringen – für alle, die gerne literarisch in den Gassen von Florenz wandeln, sowieso ein Muss.