Potential war da!

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Allgemeines:
Am 01.10.26 ist der neue Fantasyroman von Isabel Ibañez bei Ravensburger erschienen. Der Einzelband (?) hat 672 Seiten und ein sehr farbenfrohes Cover, was erwarten lässt, dass er sich an eine eher jüngere Zielgruppe richtet. Dem ist jedoch nicht so. Vom Verlag wird das Buch für die Altersgruppe 16+ empfohlen, was man unbedingt auch berücksichtigen sollte. Übersetzt wurde der Roman von Maria Zettner. Autorin Isabel Ibañez ist dem ein oder anderen vielleicht schon durch ihre Dilogie mit dem Auftaktband „What the River knows“ bekannt.

Inhalt:
„Florenz, 1478: Die Bildhauerin Ravenna tut alles, um ihre magische Gabe zu verbergen. Doch als ihr Bruder in Gefahr gerät, rettet sie mit ihrem Talent sein Leben – und wird zur Gefangenen der mächtigen Familie Luni. In deren Palast soll sie fünf Nachtflammen-Juwelen befreien. Je näher sie Saturnino Luni kommt, desto weniger kann sie ihre Magie und ihr Herz kontrollieren. In einem Netz aus Verrat, Liebe und tödlichen Geheimnissen kämpft Ravenna um ihr Überleben und das Schicksal von Florenz.“ (Quelle: Verlag)

Meine Meinung:

Als ich dieses Buch gesehen habe, war mir klar, dass ich es lesen möchte. Sowohl die Beschreibung als auch die Autorin…. Beides sprach mich sehr an, da ich die beiden bisher auf Deutsch übersetzen Bücher von Isabel Ibañez sehr mochte. Ehrlich gesagt hat mich die Gestaltung jedoch wirklich abgeschreckt, das ganze Buch wirkt so, als ob es für 12-14 Jährigr Leser*innen gemacht worden ist. Dem ist jedoch überhaupt nicht so!!!

Wir befinden uns in einer von den Medici und dem Papst dominierten Zeit, in der Frauen weniger wert waren. Man merkt diesem Buch an, dass es ein bisschen verharmlosen möchte, wie schlimm es wirklich war. Nichts desto trotz spielt Sexualität hier eine größere Rolle als man es in einem Jugendbuch erwarten würde und dessen sollte man sich bewusst sein. Ich habe das jedenfalls so auch nicht erwartet und war davon überrascht.

Wir begleiten Ravenna, Tochter eines einfachen Elternhauses, die magische Kräfte besitzt, diese bisher aber immer verleugnet hat. Grundsätzlich unterstützte sie bisher ihre Eltern im Gasthaus, hat nebenbei aber auch das Bildhauen gelernt. Bis es nicht mehr anders geht und sie erneut mit der Magie in Berührung kommt. Die grundlegende Geschichte fand ich hier sehr faszinierend, wir haben es auch mit einer Kategorie an fantastischen Wesen zu tun, die mir noch nicht häufig in der Fantasy begegnet ist. Auch einige der Handlungsstränge und Charakterzüge haben mir gefallen. Aber das Buch hatte einfach unglaubliche Längen, die die Spannung nicht aufrecht erhalten konnten. Zudem konnte ich viele der Entscheidungen, die Ravenna getroffen hat, nicht nachvollziehen. Zudem bleiben die Charaktere eher flach und stereotypisch.
Auch die Liebesgeschichte wirkt irgendwie… sehr an den Haaren herbeigezogen, Jungfrau in Nöten verliebt sich unsterblich in ihren Entführer. Darüber sind wir doch eigentlich mehr als hinaus.

Obwohl es ja eigentlich um Magie geht, spielte diese dennoch eine sehr untergeordnete Rolle in der Geschichte. Fast alle Beteiligten praktizieren sie, aber irgendwie wird sie dennoch nicht näher erläutert und auch die Wesen, die es alle so gibt, spielen eigentlich keine Rolle, da sie nur ganz nebenbei vorkommen. Da hätte man deutlich mehr draus machen können, um der Geschichte die Längen zu nehmen. So wirkt es eher wie ein Liebesroman, der ein bisschen Magie enthält, um in das Genre zu passen.

Fazit:
Potential war da, leider wurde es nicht ausgeschöpft. Schade!