Tolles historisches Setting, das Potenzial der Story bleibt dagegen leider etwas ungenutzt

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Was für eine tolle Mischung aus Fantasy und historischem Setting! Als ich das Buch damals in der Verlagsvorschau gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich es unbedingt lesen möchte! Das Cover gefällt mir sehr gut, weil es direkt verdeutlicht, dass es ein historisches Setting gibt und die vielen Details und Muster sehr gut zu dem Inhalt des Buches passen. Auch die Veredelung und die schönen Farben haben mir sehr gut gefallen! Das Buch beginnt außerdem direkt mit einer Karte der Stadt Florenz in der damaligen Zeit und bietet einen guten Überblick über die verschiedenen Schauplätze des Buches.
Zu der Story: Ich liebe die Idee, dass in dem Buch fiktive Charaktere und reale Person aus der damaligen Zeit, wie die Medicis oder sogar Leonardo Da Vinci, verknüpft wurden! Toll, dass man auch einige historischen Ereignisse in dem Buch wiedererkennen konnte. Das hat beim Lesen dazu geführt, dass ich sehr gut in die Story eintauchen konnte und fast das Gefühl bekommen habe, dass es eine reale Geschichte ist. Das Setting des Buches hat mir sehr gut gefallen! Man besichtigt gemeinsam mit Ravenna verwunschene Orte, mittelalterliche Plätze und prächtige Palazzi in Florenz. Während das Setting mich sehr begeistert hat, wurde das Potenzial der Story an einigen Stellen meiner Meinung nach leider nicht vollständig ausgeschöpft. Beispielsweise hat mir die Einführung in die Edelsteinlegende ganz am Anfang mit der Vorstellung der verschiedenen Edelsteine und ihren Fähigkeiten begeistert! Nach dem Klappentext und dieser Einführung hatte ich hohe Erwartungen an die Fantasy Elemente der Story. In der eigentlichen Geschichte wurde mir diese Edelsteinlegende allerdings viel zu wenig aufgegriffen. Meiner Meinung nach hatte das Buch seinen Längen - die Dicke mit mehr als 600 Seiten hätte gerne noch etwas mehr mit Story gefüllt werden können. In den ersten zwei Dritteln der Story wurden Fantasy Elemente jedoch nur oberflächlich behandelt und blieben eher unausgereift. Während im Buch zwar konstant Fabelwesen wie Hexen oder Vampire, magische Fähigkeiten und die unsterbliche Familie thematisiert werden, bleibt der Aufbau der Fantasy Elemente, der Fae sowie die klare Definition und Anwendung der Fähigkeiten eher auf einer oberflächlichen Ebene. Ich hätte mir gewünscht, dass die unterschiedlichen Kräfte oder Merkmale der Fabelwesen noch genauer beschrieben werden. Was geht mit den Kräften einher? Welche verschiedenen Hexen gibt es und welche Fähigkeiten haben sie? Erst ab der Hälfte des Buches, wird der Fantasy Aspekt etwas mehr thematisiert, weshalb mir die zweite Hälfte des Buches besser gefallen hat.
Die Protagonistin Ravenna war mir direkt sympathisch. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben worden wäre, um ihre Gedanken, vor allem bezüglich ihrer Kräfte und ihrer Gefühle, noch besser nachvollziehen zu können. Auch den sprachlichen Wechsel bei der Anrede der Charaktere von dem altertümlichen „Ihr“ zum „du“, empfand ich teilweise als holprig und innerhalb der Story inkonsequent.

Besonders gut gefallen hat mir, dass es auch ergänzende Kapitel aus anderen Perspektiven gab. Der Großteil der Kapitel ist zwar aus Ravennas Sicht geschrieben, dennoch war es sehr interessant, auch andere Perspektiven zu lesen.
Mein Fazit: Während das Setting in Florenz toll aufgebaut wird, bleibt der Aufbau der Fantasy Welt und die Beziehung der Protagonisten (vor allem in der ersten Hälfte) leider unausgereift. Das Buch besticht trotzdem mit opulenten Festen, tollen Settings, trubeligen Märkten und historischen Elementen sowie der Beziehung der Protagonisten in der zweiten Hälfte des Buches. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass das Potenzial der Story und der Fantasy Elemente noch weiter ausgeschöpft wird.