Wunderschön Idee, die mich leider nicht ganz erreichen konnte

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jasminamina Avatar

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Auf Graceless Heart war ich wirklich gespannt. Allein das Cover und die gesamte Gestaltung haben mich sofort angesprochen und auch die Grundidee klang genau nach etwas, das mir gefallen könnte: Florenz zur Zeit der Renaissance, eine junge Bildhauerin mit verborgenen magischen Fähigkeiten, mächtige Familien und dazu noch eine Liebesgeschichte. Entsprechend hoch waren wahrscheinlich auch meine Erwartungen.

Besonders gut gefallen hat mir das Setting. Florenz im Jahr 1478 bietet eine unglaublich interessante Kulisse und die Verbindung aus historischen Elementen, Kunst und Fantasy fand ich ungewöhnlich und spannend. Auch dass Ravenna Bildhauerin ist und ihre Kunst eine so große Rolle spielt, mochte ich sehr. Die Familie Luni, die Medici und die politischen sowie religiösen Verstrickungen bringen zusätzlich einige interessante Aspekte in die Geschichte.

Leider konnte mich die Umsetzung trotzdem nicht richtig packen. Mein größtes Problem war das Erzähltempo. Für mich hat sich das Buch über weite Strecken sehr gezogen und ich hatte immer wieder das Gefühl, lange auf das nächste Ereignis zu warten. Es gibt viele Gespräche, Beschreibungen und Hintergrundinformationen, wodurch die eigentliche Handlung für meinen Geschmack teilweise zu langsam vorankommt. Gerade im Mittelteil musste ich mich deshalb stellenweise wirklich motivieren weiterzulesen.

Gleichzeitig fand ich die Geschichte an manchen Stellen etwas chaotisch. Über einige Dinge wird sehr ausführlich gesprochen, während andere Aspekte, die ich persönlich viel interessanter gefunden hätte, eher oberflächlich bleiben. Vor allem vom Magiesystem hätte ich gerne deutlich mehr erfahren. Die Idee dahinter fand ich nämlich sehr spannend, aber mir fehlten teilweise Erklärungen und Zusammenhänge, um die Welt wirklich vollständig zu verstehen.

Ravenna mochte ich grundsätzlich als Protagonistin. Besonders ihre Verbindung zur Bildhauerei und ihre Sorge um ihre Familie machen sie interessant und nachvollziehbar. Einige ihrer Entscheidungen konnte ich allerdings nicht immer ganz verstehen. Auch die Familie Luni fand ich spannend, gerade weil sie etwas Geheimnisvolles und Bedrohliches an sich hat.

Ein klarer Pluspunkt war für mich dagegen die Liebesgeschichte zwischen Ravenna und Saturnino. Ich liebe es, wenn Gefühle und die Anziehung zwischen den Charakteren deutlich spürbar sind, und genau das hat mir hier gut gefallen. Ich mochte die Dynamik zwischen den beiden und fand es schön, wie präsent Ravennas Gefühle für Saturnino im Laufe der Geschichte waren. Gerade die romantischen und emotionalen Momente gehörten für mich zu den stärkeren Seiten des Buches. Auch das Zusammenspiel aus Anziehung, anfänglichem Misstrauen und Saturninos geheimnisvoller Art hat für mich gut funktioniert und ich habe die Entwicklung zwischen den beiden gerne verfolgt.

Zum Ende hin wurde die Geschichte für mich wieder interessanter, vor allem als mehr Geheimnisse ans Licht kamen und die verschiedenen Verbindungen deutlicher wurden. Trotzdem konnte das für mich nicht ganz ausgleichen, dass ich mich zuvor über längere Passagen eher durch das Buch gekämpft hatte.

Schade finde ich das vor allem deshalb, weil Graceless Heart für mich wirklich viel Potenzial hatte. Die historische Kulisse, die Verbindung aus Kunst und Magie und auch die romantischen Elemente haben mir sehr gefallen. Optisch ist das Buch mit seinem Cover und dem Farbschnitt ebenfalls wunderschön. Als Gesamtgeschichte hat es mich aber leider nicht so erreicht, wie ich es mir erhofft hatte.

Ich habe das Buch bis zum Ende gelesen und bereue es auch nicht. Trotzdem war es definitiv kein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Dafür musste ich mich an einigen Stellen einfach zu sehr zum Weiterlesen motivieren. Eine außergewöhnliche Grundidee mit wunderschönem Setting und einer Liebesgeschichte, die mir gut gefallen hat – bei der Umsetzung der restlichen Geschichte hat mir jedoch etwas gefehlt.