Interessant, guter Spannungsaufbau.

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aerdna Avatar

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Ich wurde in die Leseprobe hinein gezogen und hab sie in einem Rutsch gelesen.
Die verschiedenen Handlungsstränge und Schauplätze machen neugierig, ich bin gespannt, wie die Verbindung zwischen ihnen aufgebaut und erzählt wird.
Die Charaktere wirken authentisch, wie ganz normale Menschen mit Freud und Leid und Lasten, einfach ehrlich - das macht sie sympathisch.
Sabine's erschreckendes Erlebnis in der Anfangsszene, als alleinreisende Camperin mitten im Sturm, baut Spannung auf. Was ist da wohl los?
Alleine draußen im Nirgendwo, mitten in der Nacht, gellende Schreie, Lichter, fremde Männer und das ganze im hemmungslos tobenden Unwetter, das die Bäume um- und den Hagel auf's Dach krachen lässt. Naturgewalten und Urängste.
Da können schon die Pferde mit einem durchgehen und die Fantasie prescht drauf los.
Die überfordernde Situation, der Alexa durch die unwetterbedingten Überschwemmungen in der Dienststelle ausgesetzt ist, die Verbindung, die sich zu Krammer, ihrem Vater und ebenfalls Polizist, abzuzeichnen beginnt, der eine ganz eigene Geschichte verfolgt...ich mag solche Bücher, die sich auf die verschiedenen Lebensthemen und die jeweiligen Beziehungsebenen konzentrieren, ein multifaktorielles Handlungsgeschehen, das geschickt vernetzt und zusammengeführt wird, sodass keine Langeweile aufkommt.
Ich würde „Grenzfall“ definitiv lesen, um zu erfahren, zu welcher Auflösung das Ganze kommt.
Eine tolle Idee finde ich die kurzen Abschnitte mit Briefen oder Gedanken (eines Mörders?!), die eingestreut werden - die packen die Aufmerksamkeit und Spannung, verdichten die Entwicklung.
Das Covermotiv gefällt mir nicht, es wirkt auf mich künstlich; die Schrift finde ich ansprechend, ein guter Eyecatcher.
Insgesamt sicher ein guter, solider Krimi.