Bisher bester Grenzfall

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waterlilly Avatar

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Der 6. Grenzfall „Ihr Grab in den Fluten“ war für mich das bisherige Highlight der Reihe. Anna Schneiders neues Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite in den Bann gezogen. Dies lag zu einem großen Teil an der sehr authentischen und dramatischen Beschreibung einer Flutkatastrophe, die man sich aufgrund von Nachrichtenbildern aus den letzten Jahren sehr gut und bildlich vorstellen konnte.
Der Krimi besteht aus vielen kurzen Kapiteln, die zwischen unterschiedlichen Schauplätzen wechseln.
In Alexa Jahns Einsatzgebiet sorgen extreme Regenfälle für Chaos und Verwüstung. Eine Gruppe Jugendliche sitzt in einer Hütte fest, ein namenloses Paar begibt sich auf eine Wanderung und eine ebenso namenlose Mutter schreibt Briefe an ihr Kind.
In all diesen Handlungssträngen finden Gewalttaten statt. Doch wie und ob alles zusammenhängt, erschließt sich lange nicht. Es erscheint fast undenkbar, dass es einen roten Faden geben könnte und als dieser sich doch zu zeigen beginnt, ist das, was sich enthüllt so unfassbar und schockierend, dass man beim Lesen erstmal schlucken muss.
Ich lese die „Grenzfall“ Reihe generell sehr gerne aber „Ihr Grab in den Fluten“ setzt wirklich nochmal eine Schippe drauf. Für mich war das ein ganz toller Spannungsroman, der zu keiner Zeit eine Länge hatte. Alle Perspektiven waren gleichspannend für mich und durch die Naturkatastrophe hatten die ohnehin schon schrecklichen Ereignisse noch einmal eine ganz andere Dringlichkeit. Auch die Zusammenarbeit von Alexa und Krammer hat mir diese Mal wieder gut gefallen und die Vater-Tochter Beziehung hat sich ein gutes Stück weiterentwickelt. Ebenso hat mir gut gefallen, dass sowohl die kurzen Kapitel aus Sicht der Mutter und eines Wanderers sehr zur mysteriösen Stimmung des Krimis beigetragen haben und man lange nicht einordnen konnte, was es damit auf sich hat. Die Geschichte war für mich völlig unvorhersehbar und vielschichtig und dadurch besonders fesselnd.
Von mir gibt es 5 Sterne und eine große Leseempfehlung. Ich freue mich schon, wenn es nächstes Jahr mit einem neuen „Grenzfall“ weitergeht.