Mein erster Fall der Reihe, aber nicht mein letzter

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
lora Avatar

Von

Als jemand, der viele Bayernkrimi-Reihen kennt und schätzt, war ich neugierig auf Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten, obwohl mir diese Reihe bislang unbekannt war. Der Einstieg gelingt mühelos: Der Roman funktioniert hervorragend für Neueinsteiger und zieht einen sofort hinein in die dramatische Szenerie der Unwetter im Grenzgebiet des Karwendels.
Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre der Überschwemmungskatastrophe. Die reißenden Flüsse, der allgegenwärtige Ausnahmezustand und der enorme Zeitdruck sind so treffend beschrieben, dass das Naturchaos ständig präsent bleibt und die Spannung wirkungsvoll verstärkt. Die Katastrophe ist hier nicht nur Kulisse, sondern ein aktiver Teil der Handlung.
Sehr gelungen ist auch die Verknüpfung mehrerer Handlungsstränge: Jugendliche, die in einer abgelegenen Wanderhütte festsitzen, ein vermisstes Wandererpaar auf österreichischer Seite und schließlich eine zutiefst menschliche Tragödie um eine Frau, die seit Jahrzehnten gefangen ist. Diese unterschiedlichen Fälle greifen ineinander und verdichten sich zu einem Kriminalroman, der weit über klassische Ermittlungsarbeit hinausgeht.
Die Ermittler Alexa Jahn und Bernhard Krammer überzeugen durch Bodenständigkeit und Glaubwürdigkeit. Sie agieren ruhig und konzentriert, ohne klischeehaft zu wirken, was dem Roman eine angenehme Ernsthaftigkeit verleiht.
Nach der Lektüre steht für mich fest: Die Grenzfall-Reihe ist eine echte Entdeckung, und ich werde die übrigen Bände nun ebenfalls lesen. Ein atmosphärisch dichter, spannender Bayernkrimi, der zeigt, wie stark regionale Kriminalliteratur sein kann.