Tödliche Unwetterkatastrophe

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annabell95 Avatar

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In der Karwendel-Region sorgen schwere Unwetter für Überschwemmungen und zahlreiche Vermisste. Mitten im Chaos wird ein Mann tot in einer Schlucht gefunden. Schnell ist klar, dass er nicht ertrunken, sondern ermordet wurde. Alexa Jahn nimmt trotz der angespannten Lage die Ermittlungen auf und stößt dabei auf eine alte Tragödie, die nun mit voller Wucht zurückkehrt. Auch auf der österreichischen Seite wütet der Sturm und Chefinspektor Bernhard Krammer versucht hier den Überblick zu behalten.

"Grenzfall - Ihr Grab in den Fluten" ist Band 6 der Grenzfall-Reihe mit dem deutsch-österreichischen Ermittlerduo. Es lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen, da der Fall selbst in sich abgeschlossen ist. Jedeoch empfiehlt es sich, wie bei allen Buchreihen, die Vorgänger zu kennen, um Figurenentwicklung und Dynamiken vollständig zu verstehen.

Zu Beginn beeindruckt der Roman mit einer bildgewaltigen Darstellung des Unwetters, das über die Grenzregion hinwegfegt. Mit Sturm, Regen und Überschwemmungen wird die Naturgewalt so intensiv beschrieben, dass man das Unwetter selbst spürt. Es entsteht zweifellos eine düstere und beklemmende Atmosphäre.

Jedoch nimmt diese Naturgewalt einen Großteil der Handlung ein. Auf deutscher Seite dreht sich lange alles um Vermisste, überflutete Gebiete und die Folgen des Sturms. Es bremst den Krimiplot spürbar aus. Der im Klappentext erwähnte Tote taucht erst sehr spät auf, und die eigentliche Ermittlungsarbeit beginnt erst in der zweiten Hälfte.

Es gibt praktisch zwei von einander unabhängige Handlungsstränge. Auf der deutschen Seite, wo Alexa Jahn ermittelt, ist es die Leiche in der Schlucht und auf der österreichischen Seite entwickelt sich ein vollkommen unabhängiger Fall für Bernhard Krammer. Dabei wird die Handlung aus den verschiedenen Perspektiven von Alexa und Krammer erzählt und bekommt immer wieder Einschübe von Wanderern, Briefe einer Mutter und einer Jugend-Clique. Vieles läuft parallel und greift wenig ineinander. Es wirkt umfangreich und zeitgleich etwas überfrachtet. Ein klarerer Fokus oder eine spätere Verknüpfung der Fälle wäre für die Spannung besser gewesen. Die Auflösung am Ende ist sehr vorhersehbar.

Es ist wie gewohnt mit einem flüssigen Schreibstil geschrieben, der einen auch mit in die Story hineinzieht.

Mein Fazit:
Trotz intensiver Atmosphäre und flüssigem Schreibstil verliert sich dieser Band zu sehr in der Naturgewalt und startet den eigentlichen Krimifall erst spät. Die parallelen Stränge greifen kaum ineinander, was die Spannung schmälert. Mich konnte dieser Band leider nicht so wirklich überzeugen, auch wenn ich das Ermittlerduo sehr gerne mag. Eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Ein solider Reihenband, den man lesen kann, aber nicht zwingend muss.