Wenn ein Mythos zur Detektivgeschichte wird

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celinaloren Avatar

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„Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten“ ist ein gelungenes Mystery-Buch für Teenager ab ca. 13 Jahre. Viel eher würde ich die Geschichte auch nicht wegen triggernden Themen empfehlen. Falls man genau wissen möchte, was da auf einen zukommt (Spoilergefahr), kann man Gebrauch von der Trigger-Liste am Ende des Buches machen.

Ich bin völlig ohne Vorkenntnisse zum berühmt berüchtigten Kasper Hauser in die Geschichte eingestiegen, obwohl mir der Name doch bekannt vorkam. Das Buch kann auch als komplett fiktiv für sich stehen.
Greta Grimaldi ist eine gut ausgearbeitete Hauptcharakterin, wobei ihr Vater immer wieder ins Rampenlicht rückt, der doch sehr eindrucksvoll grimmig beschrieben wurde. Es ist aber auch im Nachhinein interessant zu sehen, wie sich Kinder mit solch einem Elternteil verhalten (dürfen) und das macht die Detektivspielerei von Greta glaubwürdig.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und der Zielgruppe entsprechend altersgemäß, genau wie die Illustrationen und die kurzen Kapitel, mithilfe dessen sich das Buch locker lesen lässt, ohne zu schnell durchzukommen. Ja, es werden sensible Themen angesprochen und eventuell bin ich mit dem Ende der Geschichte nicht ganz so glücklich, da es so abrupt vollzogen wurde. Doch finde ich den allgemeinen Umgang damit gut gelungen.

Alles in allem eine stimmige Detektiv-Story einer jungen Dame aus dem 19. Jahrhundert mit einer angenehmen Mischung aus Realität und Fantasie. Es ist zwar ein in sich geschlossener Einzelband, dennoch sehe ich für Greta Grimaldi das Potenzial einer Fortsetzung.