Eine außergewöhnliche Frau

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söphken Avatar

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Die Leseprobe von "Grüne Welle" hat mich leise, aber nachhaltig gepackt. Ich hatte das Gefühl, einer Frau beim Denken zuzuhören, nicht beim Erklären. Gerade diese Zurückhaltung wirkt für mich feministisch, weil hier nichts ausgestellt oder gerechtfertigt werden muss. Die namenlose Erzählerin steht für Erfahrungen, die viele Frauen kennen, dieses Funktionieren, das Weiterfahren, obwohl innerlich längst etwas ins Stocken geraten ist.

Mich hat besonders berührt, wie klar und gleichzeitig tastend der Text ist. Keine großen Dramen, sondern dieses diffuse Unbehagen, das sich über Jahre ansammelt. Ich habe mich in dem Gefühl wiedergefunden, dass man eigentlich ankommen sollte, aber nicht weiß, wo das überhaupt ist. "Grüne Welle" liest sich für mich wie ein stiller Moment des Aufwachens.