Eine Fahrt durch die Nacht
Schon die Ausgangssituation hat mich sofort gepackt: Eine Frau fährt nach einem Kinobesuch nach Hause – und fährt einfach weiter. Ausfahrt um Ausfahrt verpasst sie, entfernt sich immer weiter von dem Mann, der dort auf sie wartet.
Was zunächst wie ein Zufall wirkt, bekommt schnell eine existenzielle Dimension. Die Dunkelheit der Landstraßen, Tankstellen und Rastplätze erzeugt eine beinahe klaustrophobische Atmosphäre – und doch scheint die eigentliche Bedrohung nicht draußen, sondern im Zuhause der Protagonistin zu liegen.
Der Gedanke, dass man durch einen inneren Monolog langsam der Wahrheit näherkommt, finde ich unglaublich spannend. Besonders reizvoll wirkt für mich dieser Kontrast zwischen Ernst und Ironie, zwischen Verzweiflung und einer fast absurden Klarheit.
Auch das in Grüntönen gehaltene Buchcover hat mich sofort angesprochen – die Frau im Profil, beinahe im Zwielicht, macht neugierig auf das, was hinter dieser rasanten Fahrt durch die Nacht steckt.
Ich erwarte einen psychologisch dichten Roman über Selbsttäuschung, Mut und den Moment, in dem man sich eingestehen muss, dass etwas grundlegend falsch läuft. Sehr gern würde ich Leseeindruck und Entwicklung der Protagonistin weiterverfolgen!