Fahrt ins Ungewisse

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Schon nach wenigen Seiten von „Grüne Welle“ war ich völlig in der Situation der Protagonistin gefangen. Der Roman beginnt scheinbar unspektakulär – eine Frau fährt nachts durch die Stadt –, und doch entsteht schnell eine unterschwellige Spannung, die mich nicht mehr losgelassen hat. Besonders beeindruckt hat mich, wie aus einer einfachen Autofahrt eine intensive innere Reise wird, geprägt von Unsicherheit, Erinnerungen und leiser Beklemmung.

Der Schreibstil ist dabei außergewöhnlich: sehr detailliert, ruhig und fast hypnotisch. Die Autorin beschreibt kleinste Beobachtungen und Gedanken so präzise, dass man das Gefühl hat, selbst neben der Protagonistin im Auto zu sitzen. Gleichzeitig erzeugen die langen, fließenden Sätze eine besondere Atmosphäre – leicht melancholisch, nachdenklich und manchmal sogar beunruhigend. Gerade diese Mischung aus äußerer Bewegung und innerem Stillstand fand ich sehr faszinierend.

Die Leseprobe wirkt insgesamt intensiv und ungewöhnlich. Sie lebt weniger von Handlung als von Stimmung und psychologischer Tiefe. Mich hat vor allem die unterschwellige Spannung überzeugt, und ich bin sehr neugierig, wohin diese scheinbar ziellose Fahrt – und die Geschichte dahinter – noch führen wird.