Besonderer Schreibstil
Esther Schüttpelz hat mich mit ihrem sehr besonderen Schreibstil total abgeholt und in der grünen Welle mitgenommen - anstatt mich wie manch andere Leser:innen an irgendeiner Abbiegung oder roten Ampel raus zu lassen... Die Autorin ermöglicht, scheinbar von außen auf das Geschehen zu blicken und zugleich intensiv in die Gedanken- und Gefühlswelt der "Frau" sowie auch der "Freundin der Frau" einzutauchen. Hierbei werden die paradoxen Gefühle der Frau zwischen Unsicherheit vs. Entschlossenheit und Ungewissheit vs. Freiheit - vor allem in Bezug auf den "Mann" - sehr deutlich. Die Hintergründe der Fahrt ins "fort" werden peu à peu aufbereitet, die Handlung entwickelt sich langsam und ich wollte als Leserin stets wissen, wie es weitergeht. Obwohl zeitweise wenig passiert, war dieses Buch für mich ein regelrechter Page-Turner. Die Namenslosigkeit der Charaktere fand ich zu diesem Schreibstil und der Handlung extrem passend und mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Nichtsdestotrotz kann ich auch verstehen, dass dieser doch sehr besondere Stil von Esther Schüttpelz einige Leser:innen eher abschreckt. Meine Empfehlung: Macht eine kleine Leseprobe und schaut, ob ihr euch drauf einlassen wollt oder ihr nach 2 Kapiteln da sitzt und nur denkt "wieso wendet diese Frau nicht einfach?"