Eine Fahrt durch die Nacht
Grüne Welle von Esther Schüttpelz
Nach einem Kinoabend steigt eine Frau in ihren alten Golf und fährt los. Nach Hause – eigentlich. Doch sie nimmt die Abfahrt nicht. Und auch die nächste nicht. Statt umzudrehen, bleibt sie auf der Straße und folgt einer grünen Welle durch die Nacht.
Was zunächst wie eine spontane Entscheidung wirkt, entwickelt sich zunehmend zu einem inneren Prozess. Während die Kilometer vorbeiziehen, beginnt sie, ihr Leben zu durchdenken: ihre Beziehung, Erwartungen, die Rolle, in der sie sich eingerichtet hat.
Warum fährt sie nicht einfach zurück?
Diese Frage begleitet die Lektüre lange. Antworten kommen nur bruchstückhaft, eher in Andeutungen als in klaren Erklärungen. Vieles bleibt offen, manches fügt sich langsam wie ein Puzzle zusammen. Der Roman lebt weniger von äußerer Handlung als von innerer Bewegung – von Gedanken, Zweifeln und der leisen Angst vor Veränderung.
Die nächtliche Autobahn, Raststätten im Neonlicht und das Wissen, dass sich das Auto von innen nicht einmal richtig verschließen lässt, erzeugen von Beginn an eine unterschwellige Bedrohung. Der Wagen wird zum begrenzten Raum, fast klaustrophobisch – und zugleich zum Schutzraum, in dem Erinnerungen, Bruchstellen und alte Verletzungen auftauchen.
Die Protagonistin bleibt namenlos – und trotz der Nähe zu ihren Gedanken seltsam fremd. Auch die Nebenfiguren bleiben skizzenhaft. „Grüne Welle“ ist kein Roman der großen Wendungen, sondern einer der feinen inneren Verschiebungen.
Ich kannte bereits Schüttpelz’ Debüt „Ohne mich“ und war neugierig auf dieses neue Buch. Beim Diogenes-Blogger*innentreffen wurde es zudem vorgestellt, was meinen Blick auf Themen und Motive noch einmal vertieft hat.
Ein ruhiger, psychologisch dichter Roman über das Nicht-Umkehren – und über die Frage, was geschieht, wenn innerlich etwas auf Grün springt.
Eine Empfehlung für Leser*innen, die literarische Verdichtung und offene Räume mehr schätzen als äußere Spannung.
Nach einem Kinoabend steigt eine Frau in ihren alten Golf und fährt los. Nach Hause – eigentlich. Doch sie nimmt die Abfahrt nicht. Und auch die nächste nicht. Statt umzudrehen, bleibt sie auf der Straße und folgt einer grünen Welle durch die Nacht.
Was zunächst wie eine spontane Entscheidung wirkt, entwickelt sich zunehmend zu einem inneren Prozess. Während die Kilometer vorbeiziehen, beginnt sie, ihr Leben zu durchdenken: ihre Beziehung, Erwartungen, die Rolle, in der sie sich eingerichtet hat.
Warum fährt sie nicht einfach zurück?
Diese Frage begleitet die Lektüre lange. Antworten kommen nur bruchstückhaft, eher in Andeutungen als in klaren Erklärungen. Vieles bleibt offen, manches fügt sich langsam wie ein Puzzle zusammen. Der Roman lebt weniger von äußerer Handlung als von innerer Bewegung – von Gedanken, Zweifeln und der leisen Angst vor Veränderung.
Die nächtliche Autobahn, Raststätten im Neonlicht und das Wissen, dass sich das Auto von innen nicht einmal richtig verschließen lässt, erzeugen von Beginn an eine unterschwellige Bedrohung. Der Wagen wird zum begrenzten Raum, fast klaustrophobisch – und zugleich zum Schutzraum, in dem Erinnerungen, Bruchstellen und alte Verletzungen auftauchen.
Die Protagonistin bleibt namenlos – und trotz der Nähe zu ihren Gedanken seltsam fremd. Auch die Nebenfiguren bleiben skizzenhaft. „Grüne Welle“ ist kein Roman der großen Wendungen, sondern einer der feinen inneren Verschiebungen.
Ich kannte bereits Schüttpelz’ Debüt „Ohne mich“ und war neugierig auf dieses neue Buch. Beim Diogenes-Blogger*innentreffen wurde es zudem vorgestellt, was meinen Blick auf Themen und Motive noch einmal vertieft hat.
Ein ruhiger, psychologisch dichter Roman über das Nicht-Umkehren – und über die Frage, was geschieht, wenn innerlich etwas auf Grün springt.
Eine Empfehlung für Leser*innen, die literarische Verdichtung und offene Räume mehr schätzen als äußere Spannung.