Eine Frau kommt in Fahrt
Eine Nacht im März: Eine Künstlerin ist mit ihrem alten Golf Kombi auf dem Weg nach Hause, zu ihrem Ehemann, einem Anwalt. Die Mittvierzigerin hat den monatlichen Kinoabend mit ihrer Freundin hinter sich. Eine unerwartete Umleitung bringt sie auf der Rückfahrt aus dem Konzept. Immer weiter entfernt sie sich von ihrer geplanten Route…
„Grüne Welle“ ist ein Roman von Esther Schüttpelz.
Erzählt wird die Geschichte in 24 kurzen Kapiteln im Wechsel aus der Sicht der namenlosen Frau und aus der ihrer besten und einzigen Freundin. Dabei umspannt die Handlung einen Zeitraum von rund 24 Stunden.
Den inhaltlichen Schwerpunkt der Geschichte bildet die häusliche Gewalt. Zwar wird so manches nur knapp angerissen, einiges sogar nur angedeutet und indirekt beschrieben. Psychologische Muster und zwischenmenschliche Dynamiken werden dennoch deutlich. Trotz der subtilen Darstellungsweise entfaltet dieses wichtige und stets aktuelle Thema seine volle Wucht, regt zum Nachdenken nach und hallt nach.
Zudem sinniert die Protagonistin in ihrem inneren Monolog unter anderem über Lebensentscheidungen, das Freisein und die Kunst. Das verleiht der Geschichte zusätzliche Facetten.
Das Personal des Romans bleibt überschaubar. Der Fokus liegt vor allem auf der Frau, in zweiter Linie auf der Freundin und dem Ehemann. Diese drei Hauptfiguren und weitere Nebencharaktere wirken stimmig und durchaus lebensnah.
Ein kleines Manko ist für mich die Sprache. Sie ist zwar atmosphärisch, angenehm unaufgeregt und anschaulich. Jedoch schafft sie eine Distanz zwischen Leser und Figuren, unter anderem durch die Namenlosigkeit aller handelnder Personen, die wohl den universellen Aspekt des Themas unterstreichen soll. Auch die immer wieder eingestreuten Bandwurmsätze haben mich gestört.
Gut gefallen hat mir wiederum die vielfältige Symbolik, die in dem Text enthalten ist. Zuallererst zu nennen wäre die Irrfahrt, die sinnbildlich für die vergangenen Jahre der Protagonistin steht. Darüber hinaus sind weitere Motive zu finden. Manche von ihnen werden explizit aufgegriffen, andere dagegen sind nur beim aufmerksamen Lesen ersichtlich.
Das Covermotiv, ein Foto von Magdalena Russocka, passt gut zur Geschichte. Auch der Titel, der sowohl im wörtlichen als auch im metaphorischen Sinne verstanden werden darf, ist meiner Ansicht nach eine ausgezeichnete Wahl.
Mein Fazit:
Mit „Grüne Welle“ ist Esther Schüttpelz ein tiefgründiger Roman zu einem gesellschaftlich bedeutsamen Thema gelungen. Definitiv lesenswert!
„Grüne Welle“ ist ein Roman von Esther Schüttpelz.
Erzählt wird die Geschichte in 24 kurzen Kapiteln im Wechsel aus der Sicht der namenlosen Frau und aus der ihrer besten und einzigen Freundin. Dabei umspannt die Handlung einen Zeitraum von rund 24 Stunden.
Den inhaltlichen Schwerpunkt der Geschichte bildet die häusliche Gewalt. Zwar wird so manches nur knapp angerissen, einiges sogar nur angedeutet und indirekt beschrieben. Psychologische Muster und zwischenmenschliche Dynamiken werden dennoch deutlich. Trotz der subtilen Darstellungsweise entfaltet dieses wichtige und stets aktuelle Thema seine volle Wucht, regt zum Nachdenken nach und hallt nach.
Zudem sinniert die Protagonistin in ihrem inneren Monolog unter anderem über Lebensentscheidungen, das Freisein und die Kunst. Das verleiht der Geschichte zusätzliche Facetten.
Das Personal des Romans bleibt überschaubar. Der Fokus liegt vor allem auf der Frau, in zweiter Linie auf der Freundin und dem Ehemann. Diese drei Hauptfiguren und weitere Nebencharaktere wirken stimmig und durchaus lebensnah.
Ein kleines Manko ist für mich die Sprache. Sie ist zwar atmosphärisch, angenehm unaufgeregt und anschaulich. Jedoch schafft sie eine Distanz zwischen Leser und Figuren, unter anderem durch die Namenlosigkeit aller handelnder Personen, die wohl den universellen Aspekt des Themas unterstreichen soll. Auch die immer wieder eingestreuten Bandwurmsätze haben mich gestört.
Gut gefallen hat mir wiederum die vielfältige Symbolik, die in dem Text enthalten ist. Zuallererst zu nennen wäre die Irrfahrt, die sinnbildlich für die vergangenen Jahre der Protagonistin steht. Darüber hinaus sind weitere Motive zu finden. Manche von ihnen werden explizit aufgegriffen, andere dagegen sind nur beim aufmerksamen Lesen ersichtlich.
Das Covermotiv, ein Foto von Magdalena Russocka, passt gut zur Geschichte. Auch der Titel, der sowohl im wörtlichen als auch im metaphorischen Sinne verstanden werden darf, ist meiner Ansicht nach eine ausgezeichnete Wahl.
Mein Fazit:
Mit „Grüne Welle“ ist Esther Schüttpelz ein tiefgründiger Roman zu einem gesellschaftlich bedeutsamen Thema gelungen. Definitiv lesenswert!