Erwartungen nicht erfüllt

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ellinorliest Avatar

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Seid ihr schon einmal aus einer Laune heraus einfach immer weitergefahren, ohne Ziel, erst durch die Nacht, dann durch den Tag? Genau das macht die namenlose Protagonistin in Grüne Welle. Nach einem Kinobesuch mit ihrer Freundin verfährt sie sich zunächst wegen einer Umleitung. Diese Umleitung wird für den Anstoß, einfach nicht mehr stehen zu bleiben. Erst als ihr das Benzin ausgeht, nimmt die Handlung einen neuen Weg.
Während die Frau, wie sie durchweg lediglich genannt wird, fährt, kreisen ihre Gedanken um ihr Leben. Schnell wird klar, dass in ihrer Beziehung nicht alles glatt läuft. Allein die Tatsache, dass sie ihren Kinobesuch vor ihrem Mann rechtfertigen muss, lässt aufhorchen. Zwischendurch wechselt die Perspektive, es wird aus Sicht des Mannes bzw. der Freundin (alle ebenfalls namenlos) erzählt.
Meine Erwartungen an Grüne Welle waren recht hoch. Nach dem Lesen bin ich etwas ernüchtert. Für mich war in der Geschichte einiges nicht ganz stimmig, zu vieles musste ich auch zwischen den Zeilen herauslesen. Das finde ich an sich nicht schlimm, hier störte es mich aber. Gleichzeitig konnte ich das Verhalten der Frau nicht nachvollziehen (hier muss ich kurz Spoilern): Im Buch geht es um häusliche Gewalt. Die Frau scheint lediglich deshalb in der Beziehung zu bleiben, weil ihr Mann Geld hat und ihr so ihr Leben als Künstlerin ermöglicht. Für mich ist das nicht ganz stimmig.