Fahrrausch

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eckenmann Avatar

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Das Cover dieses Fahrtromans ist mit anderen Büchern der Diogenes-Reihe vergleichbar, es liegt als Hardcover gut in der Hand, das Motiv fasst den Fahrfluss und Fahrtwind des Abenteuers der Frau, das fast ausschließlich in ihrem Auto geschieht. Etwas Grün vom Titel und viel Dunkelheit um das helle Frauengesicht ist auf der vorderen Umschlagseite sichtbar.
Einzig ein kleines Lesebändchen hätte ich mir noch gewünscht.

Die Handlung nimmt langsam aber stetig an Fahrt auf, ich fühle mich wie ein zuhörender Beifahrer an der Seite, Geschichten und Gedankengänge sind distanziert in der dritten Person erzählt. 24 Episodenkapitel bilden den Rahmen dieser etwa 24 Stunden dauernden Fahrt. Hauptpersonen sind die Frau und die Freundin der Frau sowie der Mann der Frau - wobei die Frau Hauptstraßen entlangfährt, die Freundin auf Nebenstraßen fährt.
Die Frau ist dabei die Protagonistin und bestimmt mit ihrer Fahrt und Flucht(?) Großteile der Geschichte, letztlich auch geschehen zwei unerhörte Begebenheiten um ein Reh und zwei Anhalter-Mädchen.
Ziemlich ziellos ist die Frau dabei unterwegs, sie, die später für kurze Zeit in Anlehnung an Amy MacDonald "Amy" genannt werden will erst ganz für sich und dann für kurze Zeit (gesprächs)begleitet auf und davon.
Die wenigen Personen tragen keine Namen, es schwirren viele Gedanken im metallic-blauen alten Golf Kombi. Diese umkreisen Lebensgeschichte, Studium und Arbeit als Künstlerin sowie den Beziehungsstatus zum Mann und zur Freundin.
Vieles bleibt für mich in der Schwebe, wird angetippt und angedeutet, gibt allerdings andererseits mir als Leser Raum und Freiheit zum Nachdenken.
Ich habe mich flott eingelesen und kam wie im Fluge mit der Protagonistin letztendlich wieder zurück, war aber dann froh und erleichtert, den Kurzroman "Grüne Welle" wieder aus den Händen legen zu können.