Flucht?

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lady.liebesskeptisch Avatar

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Die Hauptperson des Romans, eine namenlose Frau, steigt nach einem Kinobesuch in ihr Auto und fährt einfach los und immer weiter; die grünen Ampeln unterstützen ihr vermeintlich kopfloses Verhalten. Unterwegs erfährt der*die Leser*in mehr über die Frau, über ihre Ehe und über ihre Freundin, mit der sie im Kino war. Dabei bleibt die Perspektive stets auf Abstand, so erhalten zum Beispiel keine der Figuren je einen richtigen Namen, sondern werden nur aufgrund ihrer Funktion betitelt. Das hält die Distanz zum Geschehenen und macht es schwer, mit der Frau zu fühlen, obwohl nach und nach immer mehr Probleme und schwierige Situationen ans Licht gelangen.
Insgesamt denke ich, dass der Roman ein wichtiges Thema behandelt, aber durch den distanzierten Schreibstil die Dringlichkeit nicht wirklich bei mir angekommen ist. Ich habe die Frau auf ihrer Fahrt begleitet, bin danach quasi aus dem Auto gestiegen, und habe nun mit dem Buch abgeschlossen. Das hätte ich mir nachhaltiger gewünscht.