Man kann lange mit „grüner Welle“ leben, aber irgendwann verirrt man sich.

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lag37 Avatar

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Der Roman erzählt von einer Frau, deren Name nicht genannt wird. Ich finde, das passt sehr gut zur Geschichte, weil man sich dadurch auf das Wesentliche konzentrieren kann. Sie kehrt nachts aus Angst vor ihrem gewalttätigen Partner nicht nach Hause zurück. Während sie scheinbar ziellos durch die Dunkelheit fährt, verfolgt man ihren innerer Monolog, bei dem ich immer mehr den Eindruck hatte, dass sie eigentlich gar nicht mehr zurück will.
Mich hat die Geschichte tatsächlich an einen modernen Roadtrip à la „Thelma und Louise“ erinnert. Besonders spannend fand ich auch die vielen Metaphern: Ich habe es so wahrgenommen, dass die Protagonistin mit jeder verpassten Ausfahrt mehr Abstand zu ihrem alten Leben gewinnt. Eben nicht nur räumlich, sondern auch emotional.
Auch die Metapher der „grünen Welle“ hat mir richtig gut gefallen. Ich finde, sie zieht sich sehr konsequent durch das gesamte Buch und zeigt, wie trügerisch der Wunsch nach einem reibungslosen und konfliktfreien Leben sein kann.
Der Schreibstil war für mich anfangs wirklich etwas ungewohnt, aber ich denke, genau das macht die Geschichte so fesselnd. Dadurch wirkte die Figur auf mich sehr authentisch und ihre Gedanken konnte ich gut nachvollziehen.
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass mich das Buch immer mehr in seinen Bann gezogen hat. Ich würde es vor allem Leser*innen empfehlen, die sich für tiefgehende, psychologische Geschichten interessieren.