Scheinbar ziellos
Nach einem Kinobesuch mit der Freundin fährt die Frau los. Eine Umleitung zwingt sie, den gewohnten Weg zu verlassen. Plötzlich findet sie sich auf einer unbekannten Straße. Sie fährt immer weiter und nimmt sich vor, an der nächsten roten Ampel zu wenden.
In "Grüne Welle" beschreibt Esther Schüttpelz wie die Frau scheinbar ziellos durch die Nacht fährt, sich dabei immer weiter von ihrem Mann entfernt und gleichzeitig sich selbst immer näher kommt. Die Figuren bleiben namenlos, ebenso die Orte. Gerade diese Reduktion verleiht dem Roman eine starke Allgemeingültigkeit. Die Frau steht für viele andere Frauen an einem beliebigen Ort - für Frauen, die in einer Beziehung leben, aus der sie sich lösen müssten.
Der Stil ist eindringlich und zugleich distanziert. In der dritten Person erzählt, wirkt der Roman über weite Strecken wie ein inneres Selbstgespräch, das sich während der Fahrt immer weiter verdichtet. Diese konsequent durchgehaltene Perspektive erzeugt eine Sogwirkung, die lange nachhallt.
Mich hat diese stille, konzentrierte Erzählweise sehr beeindruckt. „Grüne Welle“ ist ein dichter Roman über Bewegung, Stillstand und das vorsichtige Ausloten von Möglichkeiten.
In "Grüne Welle" beschreibt Esther Schüttpelz wie die Frau scheinbar ziellos durch die Nacht fährt, sich dabei immer weiter von ihrem Mann entfernt und gleichzeitig sich selbst immer näher kommt. Die Figuren bleiben namenlos, ebenso die Orte. Gerade diese Reduktion verleiht dem Roman eine starke Allgemeingültigkeit. Die Frau steht für viele andere Frauen an einem beliebigen Ort - für Frauen, die in einer Beziehung leben, aus der sie sich lösen müssten.
Der Stil ist eindringlich und zugleich distanziert. In der dritten Person erzählt, wirkt der Roman über weite Strecken wie ein inneres Selbstgespräch, das sich während der Fahrt immer weiter verdichtet. Diese konsequent durchgehaltene Perspektive erzeugt eine Sogwirkung, die lange nachhallt.
Mich hat diese stille, konzentrierte Erzählweise sehr beeindruckt. „Grüne Welle“ ist ein dichter Roman über Bewegung, Stillstand und das vorsichtige Ausloten von Möglichkeiten.