Spannende Idee, aber schwerer Zugang

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chocoball Avatar

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Eine Frau steigt nach einem gemeinsamen Kinobesuch mit ihrer besten Freundin ins Auto – doch anstatt wie geplant nach Hause zu fahren, bricht sie plötzlich aus ihrem Alltag aus und fährt einfach los, immer weiter ins Nirgendwo. Nach und nach erfährt man, dass sie damit vor ihrem gewalttätigen Ehemann fliehen will. Was zunächst nach einem spannenden und vielversprechenden Auftakt klingt, entpuppt sich im Verlauf leider als weniger fesselnd als erwartet.


Die Irrfahrt der Protagonistin nimmt teilweise sehr skurrile Züge an. Manche Ereignisse wirken noch halbwegs plausibel – etwa das überfahrene Reh –, andere dagegen erschienen mir doch recht weit hergeholt, zum Beispiel die Fahrt mit den beiden Mädchen. Dadurch wirkte die Handlung für mich stellenweise eher befremdlich als spannend.

Auch der gewählte Erzählstil hat es mir schwer gemacht, einen Zugang zur Geschichte zu finden. Die Handlung wird aus einer distanzierten Perspektive erzählt, wodurch sich vieles seltsam fremd anfühlt. Zusätzlich haben die Figuren keine Namen, sondern werden lediglich als „die Frau“, „der Mann“ oder „die Freundin der Frau“ bezeichnet. Anfangs fand ich diese Idee noch interessant, weil sie etwas Ungewöhnliches hat. Nach und nach empfand ich es jedoch eher als störend und sogar ein wenig nervig, da ich so kaum eine Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte.

Was meinen Lesefluss ebenfalls beeinträchtigt hat, waren die teilweise sehr langen und verschachtelten Sätze. Manche Passagen musste ich mehrmals lesen, um sie wirklich zu verstehen.

Auch das Ende hat mich etwas ratlos zurückgelassen und wirkte auf mich eher seltsam als überzeugend. Insgesamt hatte ich mir mehr von dem Buch erwartet, gerade weil es ein wichtiges Thema behandelt. Leider habe ich jedoch keinen wirklichen Zugang zur Geschichte gefunden. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.