Von der Straße ins Innere
Esther Schüttpelz’ Grüne Welle hat mich nachhaltig beeindruckt: In dichter, präziser Sprache entfaltet sich die nächtliche Fahrt einer Frau zu einem faszinierenden Spiegel innerer Zerrissenheit. Die namenlose Protagonistin wird zur Verkörperung des Spannungsfeldes zwischen gewohnter Sicherheit und dem sehnsüchtigen Drang nach Selbstbestimmung. Jede Meile auf der Landstraße ist Metapher für die subtilen Umwege unseres eigenen Lebens, jede Begegnung eine Reflexion über Kontrolle, Freiheit und die oft schmerzhafte Notwendigkeit, vertraute Pfade zu hinterfragen. Besonders Leser*innen, die sich für psychologisch nuancierte Erzählungen, Reflexionen über persönliche Entscheidungen oder literarisch anspruchsvolle Gegenwartsprosa interessieren, werden hier tief eintauchen können. Grüne Welle ist ein poetisches, nachhallendes Buch über das Ungewisse und über den Mut, eigene Richtungen zu wählen.